Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Ein Leben zwischen Anden und Tiefland Im Reich der Inka
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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Tiwanaku, La Paz, Sajama-Nationalpark Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Ein Leben zwischen Anden und Tiefland


Bolivien bietet ebenso wie Peru ein einzigartiges Naturpanorama. Die Königskordillere entlang des Titicacasees und der 6500 m hohe Illimani, der grandiose Hausberg von La Paz, zählen zu den aufregendsten Bergformationen der Erde.
Als Reisender trifft man an vielen Orten auf Spuren des erbarmungslosen Eroberungskrieges der Brüder Pizarro.
Die Campesinos, arme Landarbeiter im Hochland, leben kaum anders als vor 400 Jahren. Bis heute konnten sie ihren traditionellen Lebensstil, ihre Sprache, Kleidung und Gebräuche weitgehend erhalten. In den abgelegenen Dörfern des Berglandes, auf dem Altiplano und in den Yungas leben Millionen von Menschen noch ohne fließendes Wasser, Strom und ausreichende ärztliche Versorgung.



Fläche: ca. 1.099 Mio. km²
Einwohner: ca. 7.5 Millionen
Hauptstadt: Sucre
Amtssprachen: Spanisch, Quechua und Aymara
Währung: Boliviano
Zeit: MEZ -5 Std.; MESZ -6 Std.


Karte von Bolivien

Den Binnenstaat Bolivien kann man in drei Landschaftsräume aufgliedern. Der Altiplano, eine Hochebene auf durchschnttlich 3800 m, ist über weite Teile fast menschenleer. Das mineralienreiche Bergland spaltet sich in mehrere Ketten auf und erreicht in den Gipfeln der Königskordillere Höhen um 6500 m. In seinen zahlreichen Tälern bietet sich für die Menschen ausreichend Lebensraum. Das Tiefland stellt zwei Drittel der Landesfläche und schließt sich in seinem nördlichen Teil an den peruanischen und brasilianischen Regenwald an.

Trotz der Nähe zum Äquator herrscht nur in einem Drittel Boliviens tropisches Klima. Im Altiplano überwiegen trockene und gemäßigte, in den Anden subpolare Bedingungen. Die Niederschläge im Land nehmen von Norden nach Süden stark ab. Ideale Reisezeit für das Tiefland sind die trockeneren Monate von Januar bis Juli. Günstig für einen Besuch der Region La Paz sind die regenärmeren Monate März bis September, auch wenn man in dieser Zeit am Titicacasee nachts mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt rechnen muß.

Wie Peru ist auch Bolivien seit ca. 20000 Jahren von Menschen besiedelt. Nach mehreren Regionalkulturen erblühte um die Zeitwende die Tiahuanaco-Kultur südlich des Titicacasees. Die Entwicklung seit der Eroberung 1533 ähnelt der von Peru, da die beiden Länder bis zur Unabhängigkeit gemeinsam verwaltet wurden. Der Unabhängigkeit (1825) folgte der 1883 verlorene Salpeterkrieg mit beträchtlichen Gebietsverlusten. Nach zahlreichen, oft nur Monate währenden Militärregierungen hat sich die innenpolitische Lage seit Mitte der 80er Jahre stabilisiert.Zum Seitenanfang

Bolivien zählt zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Rund die Hälfte der Bolivianer sind in der Landwirtschaft tätig, da der Industriesektor bislang noch schwach ausgebaut ist. Hauptexportzweig ist der Bergbau, daneben wird Erdöl und Erdgas gefördert. Wie in Peru erwirtschaftet die illegale Kokaindustrie bis zu einem Viertel des Bruttosozialproduktes. Kritisch sind auch die extrem ungleichen Besitz- und Einkommensverhältnisse im Land. Die Schere zwischen lebensbedrohlicher Armut und unvorstellbarem Reichtum könnte kaum weiter auseinanderklaffen.

Bolivien liegt mit einer Lebenserwartung der Einwohner von 60 Jahren weltweit am unteren Ende der Skala. Über die Hälfte der Bolivianer zählen sich zu indianischen Gruppen, ein Drittel zu den Mestizen, der Rest zu den Weißen oder Kreolen. 92.5% aller Bolivianer bezeichnen sich als römisch-katholisch, knapp 1% als Protestanten. Wie in Peru muß man hier jedoch die starken Vermischungen mit indianischen Religionen berücksichtigen.

Entsprechend den geographischen Naturräumen unterscheidet sich auch die Tier- und Pflanzenwelt. Während im kargen Altiplano nur wenige, gut angepaßte Tiere wie Lamas und Flamingos überleben können, ist die Artenvielfalt im nördlichen Tiefland, in den tropischen Tälern und in den Yungas schier grenzenlos.