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Der Daumen Arabiens
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Ruinenstadt Al Gamel
An der Nordwestküste von Qatar stößt man ab und zu mal auf verlassene und verfallene kleine Fischerdörfer (z.B. Al Areesh und Al Khuwair). Dies ist also keine Seltenheit, aber eine Besonderheit darunter ist die Ruinenstadt Al Gamel (wird auch Al Jemail genannt) ca. 6,8 km vor Al Ruwais (vom Austern-Kreisverkehr aus) bzw. ca. 18,5 km vom Al Zubara Fort aus an der Nordwestküste. Eine kleine Piste zweigt von der Hauptstraße zwischen Al Zubara und Al Ruwais ab und führt direkt zu der an der Küste liegenden ehemaligen Siedlung (etwa 400 m von der Straße entfernt).
Erbaut wurde das Dorf zu Anfang des 19. Jahrhunderts und erstmalig von den Einwohnern im Jahr 1937 wieder verlassen. Nach Kriegsende 1945 erlebte der Ort eine kurze Auferstehung, wurde letztendlich aber in den 70ern erneut von den Bewohnern unbewohnt zurückgelassen. Al Gamel wurde mittlerweile vom "Qatar National Council for Culture Arts & Heritage" zu einer archäologischen Stätte erklärt, denn es wird vermutet, dass das Dorf auf einer wesentlich älteren Siedlung erbaut wurde. Von irgendwelchen speziellen Ausgrabungsarbeiten ist aber nichts zu sehen. Leider gibt es auch nicht gerade viele Informationen über dieses Ort (eher gar keine).
Nichts desto trotz ist ein kleiner Rundgang zwischen den eingestürzten Wänden eine nette Abwechslung bei einer Qatar-Nordtour. Die Dorfruine könnte problemlos in jedem Kriegsfilm als erstklassige Filmkulisse dienen, denn es sieht tatsächlich so aus, als wären hier Bomben eingeschlagen bzw. hätte ein Häuserkampf stattgefunden (nur die Einschusslöcher fehlen noch). Beschädigte Häuser, eingefallene Wände, große Steinhaufen und Schutt egal wohin man schaut. Einzig und allein der Turm der ehemaligen kleinen Moschee ist noch völlig intakt und überragt die skurrile Szenerie der Dorfruine. Freitags nutzen öfters auch Einheimische mit ihren Familien die Örtlichkeiten für ein entspanntes Familienpicknick.
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