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Reich der Schlösser und Burgen


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Wasserburgen im Münsterland


Das Münsterland ist dort, wo Annette von Droste Hülshoff gelebt und gearbeitet hat, wo der "tolle Bomberg" sein Unwesen trieb und wo bei schönem Wetter Fahrradstaus entstehen. Das Dreieck des Münsterlandes ist markant abgegrenzt: Im Süden die Lippe, im Westen die niederländische Grenze und im Osten der Teutoburger Wald. Unter Kennern gilt das Münsterland seit jeher als Geheimtip. Bauern haben das Bild dieser weiten grünen Parklandschaft geprägt, der die Stadt Münster ihren Namen gab. Ritter schufen hier herrliche Wasserburgen und Schlösser, Ordensleute bauten vielgerühmte Kirchen und Klöster, während die Bürger malerische Städte errichteten. Annette von Droste-Hülshoff sagte einst über das Münsterland:

Seh ich dich so, mein kleines Land
In deinem Abendfestgewand:
Ich meine, auch der Fremdling muß
Dir traulich bieten Freundesgruß.
Du bist nicht mächtig, bist nicht wild,
Bist deines stillen Kindes Bild,
Das, ach, mit allen seinen Trieben
Gelernt vor allem, dich zu lieben.

Wasserburgen gehören zum Münsterland wie die Krümel zum Kuchen. Da sie besonders schön und wertvoll sind, werden die Wasserburgen auch "Perlen des Münsterlands" genannt. Über 3000 Herrensitze soll es einst in Westfalen gegeben haben und etwa 100 Wasserburgen sind im Münsterland, mal gut erhalten, mal renovierungsbedürftig, mal als Wohnschloß, als Museum, als Akademie oder Hotel. Von kleinen, großen, schlichten und aufwendigen, bis zu romantische gelegenen reicht die Palette der alten Wasserburgen in Münsters Umgebung. Schloß Nordkirchen ist so prächtig, das es das "Westfälische Versailles" genannt wird.
Wasserburgen im Münsterland
Da die Fürsten und Landesherren Festungen zur Sicherung ihrer Besitztümer oder später repräsentative Wohnsitze benötigten, kann man heute über das ganze Münsterland verstreut Wasserburgen und Wasserschlösser bestaunen. Es stellt sich aber die Frage: "Warum findet sich dieser Burgen- bzw. Schlosstypus gerade im Münsterland?" Eine Antwort besteht darin, dass es im Münsterland keine Berge gibt (die flache Region gipfelt in den nur 186 m hohen Baumbergen), die einer Burg genügend Schutz geben könnten.Burg Hülshoff Also mussten die Burgen anders gesichert werden. Da das Münsterland reich an Wasser, sprich an Bächen ist, hat man sich das Wasser zu Nutze gemacht. Nur wenn das Wasser durch ein durchdachtes System von Gräben in die Gräfte (Wassergraben) gelangt, spricht man von einer Wasserburg. Füllt sich die Gräfte durch Grund- oder Regenwasser, ist der hohe Wasserstand in der Gräfte nicht das ganze Jahr hindurch gewährleistet und damit die Sicherheit der Burg nicht garantiert. Die Sicherung der Burg durch Wassergräben bringt aber einen großen Nachteil mit sich: Der Wassergraben kann im Winter zufrieren. Als ab dem 18. Jhd. die Burgen nicht mehr als Festung genutzt wurden, sondern als Wohnsitze von Adelsfamilien, wandelte sich auch die Funktion der Wassergräben. Sie dienten nun nur noch als Statussymbol und sind mit Gartenanlagen gleichzusetzen.

Burg VischeringVielfältig präsentieren sich die eindrucksvollen Bauwerke dem Besucher. Trutzig und träumerisch, geheimnisvoll und gastlich begrüßen Schlösser, Burgen und Herrenhäuser die Gäste im Münsterland. Bei vielen zeigt sich das Wirken von Johann Conrad Schlaun (1695-1773), der mit Schloß Ahaus und dem Residenzschloß in Münster sowie anderen architektonischen Meisterleistungen seinen Ruf als bedeutendster Barockbaumeister im nordwestdeutschen Raum bestätigt hat. Weitere Schlösserträume sind die Wasserburg Vischering in Lüdinghausen, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Ringmantelburgen, das "Westfälische Versailles" in Nordkirchen, die Wasserburg Anholt, das Sportschloß Velen, das Residenzschloß Raesfeld u.a.Schloss Raesfeld In einigen kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen oder sogar in antiken Himmelbetten träumen. Viele Anlagen sind heute noch privat bewohnt, doch mehr als 20 Schlösser können besichtigt werden. Authentisch restaurierte Säle und Räume ermöglichen dem Besucher einen Einblick in hochherrschaftliche Lebensart vergangener Zeiten.

In vielen Burgen und Schlössern wie in Lembeck, Nordkirchen, Vischering, Darfeld oder Egelborg werden Führungen angeboten. Alle aufzuzählen, sprengt hier aber den Rahmen. Eine Auflistung mit Fotos und kurzen Informationen gibt es jedoch im Internet unter Schlösser und Burgen im Münsterland.

Schloss LembeckMit über 9.000 Kilometern radelbaren Wegen abseits des Straßenverkehrs ist das Münsterland eines der interessantesten Radwandergebiete. Wo früher die Bauern über schmale "Pättkes" ins Dorf radelten, führen heute meist asphaltierte Wirtschaftswege durch die Parklandschaft mit ihren Äckern, Weiden und Wallhecken. Viele dieser Wege sind heute gut markiert und problemlos zu befahren. Allein 2.000 Kilometer misst die "100-Schlösser-Route". Weitere Strecken werden durch überregionale und örtliche Radwege erschlossen. Und wer sich ein bisschen in die Radwanderkarten eingelesen hat, probiert auch schon einmal eine kleine Etappe auf eigene Faust. Wundern Sie sich nicht, wenn man Ihnen erzählt, dass die Münsterländer das Fahrrad erfunden haben: zwar nicht das zweirädrige Fortbewegungsmittel, wohl aber den Begriff, mit dem der Bocholter Baumeister Otto Sarrazin das "Veloziped" eindeutschte. Eines ist sicherlich richtig: Es gibt keine bessere Variante diese reizvolle Region zu erkunden, als auf dem Sattel eines Rades.






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