Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Kleines Land - Ganz gross Der Schmetterling der Französischen Antillen Land der unbegrenzten Möglichkeiten
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Kleines Land - Ganz gross


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Nationalpark Tortuguero


Der etwa 20.000 Hektar große Nationalpark Tortuguero bestichtHauptkanäle des Nationalpark Tortuguero durch eine einzigartige Kanal- und Lagunenlandschaft gesäumt von dichtem Urwald und bietet damit den Lebensraum für eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen (ca. die Hälfte der in Costa Rica verzeichneten Reptilien- und Vogelarten ist hier heimisch!). Man findet hier Faultiere, Manatees, Kaimane, Krokodile, Basilisken, verschiedene Affen- und über 300 Vogelarten. Diese Artenvielfalt und die hohen Niederschlagsmengen brachten diesem Gebiet auch die Bezeichnung "Amazonas von Costa Rica" ein. Das kleine gleichnamige Dorf Tortuguero liegt auf dem schmalen Landstreifen zwischen dem karibischen Strand und dem breiten Urwaldfluss und ist der Ausgangspunkt für alle Exkursionen in das Gebiet des Nationalparks. Die knapp 500 Dorfbewohner widmen sich hauptsächlich dem Fischfang und dem immer stärker wachsenden Tourismus. Autos wird man hier nicht zu Gesicht bekommen, denn alles wird auf dem Wasserweg erledigt und damit ist das Boot das wichtigste Transportmittel. Wenn man irgendwo hinmöchte, stellt man sich einfach ans Ufer und winkt ein Wassertaxi herbei. Daher ist Tortuguero auch ausschließlich auf dem Wasser- oder Luftweg zu erreichen.

Tortuguero erreicht man am einfachsten mit dem Boot von Cariari oder MoínAuf einem der Zuflüsse (bei Limón) aus, wobei die Fahrt von Moin aus die längere ist (3-4 Stunden). Ich kann hier aus eigener Erfahrung nur von der Alternative Cariari berichten. Das Bootsticket (ca. 5-10 USD) kann man entweder direkt am Boot kaufen oder bereits an der Busstation in Cariari. Von dort aus geht es 3-4mal täglich in einer ca. einstündigen Busfahrt erst noch zum eigentlichen Bootsablegeort (La Gueest oder La Pavona). Diese kleinen Orte sind auf den wenigsten Karte verzeichnet und sind daher nicht gerade einfach zu finden. Wer also mit dem eigenen Wagen unterwegs ist sollte sich zur besseren Orientierung einfach an einen der Busse dranhängen und seinen Wagen dann auf dem bewachten Parkplatz am Bootsableger stehen lassen (ca. 10 USD/Tag!). Schon alleine wegen der faszinierenden Bootsfahrt durch die natürlichen Kanäle und Flüsse lohnt sich der Besuch des Nationalparks Tortuguero! Auf dem abenteuerlichen Weg zum Örtchen kann man bereits viele Vögel und manchmal auch Affen, Leguane und Krokodile beobachten.

Der Nationalpark Tortuguero (spanisch tortuga = Schildkröte)Der Strand in Tortuguero zählt zu einem der beliebtesten Ziele in Costa Rica und ist vor allem in der Zeit von Juli bis September ein wichtiger Eiablageplatz für die vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte. Das faszinierende Ereignis der nächtlichen Eiablage darf zum Schutz der Tiere nur in Begleitung eines offiziellen Guides durchgeführt werden. Dabei ist das Fotografieren strengstens verboten, da dadurch die Tiere irritiert werden könnten und die Eiablage abbrechen würden. Aus diesem Grund ist das Betreten des kompletten 36km langen Strandes in der Nacht auch verboten und wird von den Rangern streng überwacht. Wer jedoch die frisch geschlüpften Jungschildkröten auf ihrem Weg zum Meer beobachten will (September bis Dezember), der hat in den frühen Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang die besten Chancen dazu. So schwer es einem vielleicht auch fallen wird, so sollte man den Tieren aber keinesfalls auf diesem gefährlichen Weg helfen und sie direkt ins Wasser tragen! Es gehört zum Lauf der Natur einfach dazu, dass viele der jungen Schildkröten dabei von anderen Tieren gefressen werden. Neben den Grünen Meeresschildkröten finden sich im Nationalpark Tortuguero aber auch Lederschildkröten und die Echte und Unechte Karettschildkröte zur Eiablage an diesem bedeutenden Brutplatz ein.Reiher an einem der Kanäle Im Park befindet sich natürlich auch eine wissenschaftliche Forschungsstation, die das Verhalten der Schildkröten untersucht. Der Nationalpark ist täglich von 5-18 Uhr geöffnet und der Eintritt liegt bei 10 USD pro Tag. Einen sehr guten Ausblick auf das eigentlich flache Umland hat man vom 119m hohen Cerro Tortuguero (2 USD) aus, den man über einen kleinen Pfad durch den Urwald erreicht.

Tortuguero hat leider wegen der zeitweise massentouristischen Auswüchse, der zunehmenden Anzahl von Speed-Booten und den überteuerten Lodges etwas an seiner Ursprünglichkeit verloren. Gerade diese Lodges sorgen auch für erhebliche Spannungen zwischen den Hotelbetreibern und den Dorfbewohnern, denn die Lodges haben ihre eigenen Boote und Bootsführer, so dass die Bootsführer des Dorfes um jeden Auftrag kämpfen müssen. Die Massen an Touristen, die in diesen Hotels absteigen, bekommen den Ort Tortuguero auch leider meist nur ausflugsmäßig im Rahmen einer kostenpflichtigen "Dorftour" zu Gesicht. Schade eigentlich, denn der Ort hat sein ganz eigenes Flair, dass man besonders am Abend genießen kann. Mein Tipp: Die großen Lodges abseits des Ortes meiden und auf jeden Fall in einer der wesenlich günstigeren und gemütlichen Cabinas im Dorf absteigen! Guides gibt es vor Ort eine Menge, jedoch führt nur die deutsche Biologin Barbara Hartung deutschsprachige Exkursionen durch. Allerdings hat Barbara auch eine sehr merkwürdige Art an sich - schrullig und vor allem oberlehrerhaft - die ziemlich schnell nervig werden kann und einem sogar teilweise den Spass an den Touren vermiest. Ansonsten hat sie aber wirklich eine Menge Ahnung von Flora und Fauna. Da sie teilweise ziemlich ausgebucht ist, sollte man sich vorsichtshalber vorher bei ihr anmelden (Tel.: 8426561 oder tinamon@racsa), ansonsten sind aber auch die Touren mit dem Kanadier Daryl sehr beliebt.Uferlandschaft im Nationalpark Beide benutzen für ihre ca. 4-5stündigen Fluss-Touren durch die Seitenarme des Tortuguero-Nationalparks kleine Kanus, wodurch man sich den am Ufer sitzenden Tieren lautlos nähern kann und optimale Beobachtungsbedingungen hat. Ich kann jedem Besucher nur dringend empfehlen, die Erkundung der Flusslandschaften des Nationalparks auf diese Art und Weise durchzuführen und sich den Spass des selber Paddelns nicht entgehen zu lassen! Zudem unterstützt man damit direkt die Dorfbewohner und verhindert obendrein den nervigen Motorenlärm der Speedboote, in denen sich bis zu 20 Touristen drängeln. Während der Eiablegezeit ist natürlich ein nächtliche Ausflug zu den Ablegeplätzen am Strand das absolute Highlight. Als weitere Exkursionen werden kurze und lange Wanderungen durch den Regenwaldteil des Nationalparks angeboten,Giftige Palmviper senkrecht am Baum auf denen die Guides ausführlich die Flora und Fauna erklären. Den Wald von Tortuguero kann man auf den befestigten Pfaden auch problemlos alleine erkunden, jedoch sollte man sich hier sehr aufmerksam bewegen (vor allem mit Kindern!). Die großen Blätter, Büsche und Baumstämme am Wegesrand sind ein beliebter Platz bei den sehr giftigen Palmvipern und Lanzenottern, die hier im Nationalpark stark vertreten sind. Diese Tiere sind im Normalfall nicht aggressiv und beißen nur wenn sie sich bedroht fühlen, jedoch sind sie auf Grund ihre Färbung meistens sehr gut getarnt. Da diese Schlangen bei Erschütterung (z.B. durch das Auftreten der Touristen auf dem Boden) leider nicht zwangsläufig fliehen, kann es zu einem ungewollten Kontakt kommen, wenn man z.B. mit dem Bein unbedacht an solchen Blättern und Büschen vorbeistreift. Auch der direkte Kontakt mit den großen Gewehrkugelameisen kann höchst unangenehme Folgen haben, denn ein Biss von diesen verursacht mehrtägige und extreme Schmerzen. Daher ist die oberste Devise: Immer Augen auf wo man hintritt und hingreift!!




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