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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Rocas, Hauptstadt Sao Tome, Traumstrände, Wasserfälle, Obo-Nationalpark, Cao Grande + Boca do Inferno, Ilheu das Rolas Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Das vergessene Paradies am Äquator


Auf Entdeckungstour im unbekannten Land
(19.03.2008 - 10.04.2008)


2. Teil 2. Teil

1. Teil

Planung
Sao Tome & Principe? Wo liegt das denn? Diese Frage musste ich mir in meinem Bekanntenkreis eigentlich ständig anhören, seit fest stand wo es dieses Jahr hingeht. Seit ich vor ein paar Jahren durch ein Reiseforum auf diesen kleinen Inselstaat vor der westafrikanischen Küste aufmerksam geworden bin, stand dieser schon länger sehr weit oben auf meiner Wunschliste. Bislang scheiterte eine Reise dorthin jedoch immer an den extrem hohen Flugpreisen (ca. 2.500 €). Im August 2007 wurde ich jedoch bei TAP fündig und konnte mir ein "Flug-Schnäppchen" für ca. 1.000 € ergattern. Im Dezember wurde ich von TAP informiert, dass die Flugpläne geändert wurden und meine ganze Reise sich dadurch um 2 Tage nach vorne verschieben würde. Im Februar gab es dann noch einmal 2 kleinere Flugzeitenänderungen seitens der TAP. Es würde seit langem mal wieder eine Reise werden, die ich alleine unternehmen würde, denn Tina wollte lieber mit unserer kleinen Luna (zu dem Zeitpunkt 6 Monate alt) zu Hause bleiben, da sie für eine Fernreise noch etwas zu klein war. An dieser Stelle möchte ich mich auch mal bei meiner Frau für ihre Toleranz und ihr Verständnis bedanken, wodurch sie mir diese Reise möglich gemacht hat! Ursprünglich wollte ich auch noch einen Abstecher zu den Flachlandgorillas und Waldelefanten von Gabun machen, jedoch war mir der Preis von 2.000-3.000 € für einen einwöchigen Abstecher entschieden zu hoch. So wollte ich dann lieber mal wieder etwas für mein Tauchlogbuch tun. Die vorgeschriebene Gelbfieberimpfung und das Visum waren im Februar schnell und unkompliziert abgehakt und somit konnte es eigentlich losgehen. Ich wollte mir ja zumindest für die ersten 1-2 Nächte ein Hotel von hier aus organisieren, aber die Kontaktaufnahme mit diversen Hotels und auch einer Tauchbasis vor Ort per Email und Fax scheitete - selbst bei den hochpreisigen Hotels. Erst ein paar Tage vor Abflug antwortete endlich das "Residencial Avenida", meine eigentliche Wunschunterkunft, als einziges Hotel auf mein Fax und somit war der Schlafplatz für die ersten paar Tage und auch ein Flughafentransfer (5 €) in trockenen Tüchern. Auch der Kontakt per Email mit der Tauchbasis "Club Maxel" kam schließlich doch noch zustande. Leider verlief die ganze Reise dann doch etwas anders als ursprünglich geplant - aber lest selber.


1. Tag (Mi., 19.03.2008)
Meinen Rucksack inkl. Tauchgepäck hatte ich bereits am Vorabend gepackt. Obwohl ich eigentlich sehr wenig an Klamotten mitnehmen wollte, kam ich insgesamt doch mal wieder auf 20 kg. Nach dem Aufstehen und einem gemütlichen Frühstück mit meinen zwei Frauen brach ich schließlich gegen 12 Uhr mit einem tränenreichen Abschied in Richtung Frankfurt auf. Um nicht horrende Parkplatzkosten bezahlen zu müssen, hatte ich mir für die 3 Wochen im Internet einen Parkplatz am "Airport Hotel Kelsterbach" reservieren lassen. Beim Check-In hiess es dann auf einmal, dass der Computer die falsche Endsummer berechnet hätte und ich anstatt der bestätigten 76 € nun 99 € zu bezahlen hätte. Auf dieses Spielchen liess ich mich aber nicht ein, zeigte kurz die schriftliche Emailbestätigung des Hotels und damit war die Sache dann auch erledigt. Ein Fahrer des Hotels fuhr voran und lotste mich zum Parkplatz etwas abseits in einem Gewerbegebiet. Anschließend brachte er mich auf direktem Weg zum nahe gelegenen Terminal 1. Gegen 15:15 Uhr checkte ich schließlich mit meinem Gepäck am Schalter der Lufthansa in Frankfurt ein. Dort zeigte die Waage sogar 22,5 kg an, jedoch drückten die Leute am Schalter noch einmal ein Auge zu (ab 23 kg hätten sie mir allerdings Übergepäck berechnet!). Beim Security-Check musste ich meinen kompletten Rucksack ausleeren (allerhand elektronisches Zeug, Batterien etc.) und wie erwartet auch meine Tauchlampe vorzeigen (Batterie entladen!) und auf Sprengstoff prüfen lassen. Es folgte anschließend mal wieder das obligatorische und langweilige Warten auf den Abflug. Das Boarden und der Abflug nach Lissabon erfolgten pünktlich und nach 2,5 Stunden Flug (1 h Zeitverschiebung) landete ich schließlich in Portugals Hauptstadt. Die Maschine (A319) bot übrigens nur sehr enge Sitze (ich war zum Glück am Notausgang), einen einfachen Snack und zu meiner großen Verwunderung wurde von einigen Leuten nach der Landung sogar geklatscht. Den Flughafen von Lissabon kannte ich seit dem Rückflug letzten Jahres von Madeira nun ja schon in und auswendig und so gammelte ich die nächsten 2 Stunden einfach nur ein wenig am Abfluggate rum. Ich war ganz schön erstaunt, dass doch sehr viele (ältere) Touristen auf den Flug nach Sao Tome warteten (ca. 95% der Passagiere) - darunter auch 2 weitere Deutsche. Die Inseln sind auf jeden Fall in Portugal wesentlich bekannter und als Reiseziel beliebter als bei uns in Deutschland. Zu meiner Überraschung wurde der Langstreckenflug schließlich auch nicht von TAP, sondern von der Billig-Tochter-Gesellschaft "White" durchgeführt. Um es vorweg zu nehmen: Es war die schlechteste Fluggesellschaft mit der ich bislang geflogen bin! Das Platzangebot war extrem eng und ich hatte absolut keine Beinfreiheit, konnte meine Beine aber zum Glück etwas zur Seite wegbiegen. Zu allem Überfluss knallten die Vorderleute auch noch gnadenlos die Rückenlehnen nach hinten. Die Bordunterhaltung war absolut antik und es gab gerade mal einen Monitor für ca. 10 Sitzreihen. Da fiel die 30minütige Verspätung wegen angeblich noch fehlender Essensportionen schon gar nicht mehr ins Gewicht - vor allem weil das Essen eh ziemlich unterirdisch war. Eigentlich erschreckend wenn man bedenkt, dass dieser Flug normalerweise um die 2.000 € kostet. Egal, die knapp 6 Stunden Flug gingen auch irgendwie rum.

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2. Tag (Do., 20.03.2008)
Mit deutlichem Schlafmangel und verdrehten Knochen ging die Anreise weiter. Das Frühstück im Flieger war leider nicht zu gebrauchen, einzig und allein der Kaffee war genießbar.Hotel Residencial Avenida Egal, noch schnell die Einreiseformulare ausgefüllt und gegen 6 Uhr landete ich endlich auf Sao Tome. Bereits der Blick aus dem Fenster beim Anflug machte deutlich, wie viel Regenwald die Insel zu bieten hat, denn man sah eigentlich nur Grün. In der luftigen Flughafenhalle erfolgte relativ schnell die Einreise (Gelbfieber- und Passkontrolle), bei der Gepäckausgabe brach dann allerdings das totale Chaos aus - vor allem wegen der großen Reisegruppe, die für Sao Tome eigentlich untypisch ist. Es war ein absolutes Gewusel um die Gepäckstücke. Zwischendurch traf ich auch meinen Fahrer vom Hotel, der aber nochmals kurz aus der Hale ging. Ziemlich am Schluss kam dann auch endlich mein Gepäck, jedoch war nun mein Fahrer vor der Halle verschwunden. Ich musste draußen erst einmal die ganzen Taxifahrer abwimmeln, war aber gut zu wissen, dass ich auf jeden Fall irgendwie in die Stadt kommen würde. 10 Minuten später tauchte mein Fahrer dann doch wieder auf und wir brachen unverzüglich zum Hotel "Residencial Avenida" auf (ca. 10 Minuten Autofahrt), welches von Einheimischen geführt wird. Das Hotel hatte einfache, aber saubere Zimmer zu bieten (55 € inkl. Frühstück), AC/TV, einen Kühlschrank im Zimmer und kostenlosen Internetzugang in der kleinen Lobby. Einer der Hotelangestellten sprach auch gut englisch und er war sichtlich glücklich darüber, dass er dies auch endlich mal wieder anwenden konnte. Nach der Enttäuschung im Flieger gönnte ich mir jetzt erst einmal in Ruhe das ganz nette Hotelfrühstück bestehend aus Früchten, Müsli, Obst usw. Es war bereits jetzt schon sonnig und extrem schwül, dabei war es noch früh am Morgen.Haus im Kolonialstil An der Rezeption fragte ich bzgl. Geldtausch nach, woraufhin mir ein Geldwechsler direkt zum Hotel gerufen wurde (100 € = 2.300.000 STD). Huhu, ich war mal wieder Millionär!! Anschließend startete ich gegen 9 Uhr meinen ersten Stadtrundgang, wobei mich das drückende Wetter allerdings jetzt schon ein wenig fertig machte. Auffallend in der Stadt waren die vielen schönen und alten Kolonialbauten, die jedoch größtenteils ziemlich verfallen bzw. verwahrlost waren. Schade eigentlich, denn aus denen könnte man mit etwas Arbeit wieder sehr schöne Gebäude machen aber in einem der ärmsten Länder der Welt ist dies natürlich für die meisten Einheimischen ein unerschwingliches Vorhaben. Nach knapp 2 Stunden gemütlichem Straßenbummel kaufte ich im Supermarkt noch ein paar Getränke ein, gönnte mir in einem kleinen Lokal ein Bier (20.000 STD) und holte danach im Hotel mein Schlafdefizit nach. Ausgeschlafen schickte ich meinen Lieben zu Hause schnell noch eine Email und brach gegen 14 Uhr zum zweiten Anlauf der Stadterkundung auf - diesmal in Richtung Hafen. Mein Weg führte mich vorbei am Containerhafen und dem Fort Sao Sebastiao entlang der östlichen Promenade bis zum Cafe "Miramar Passante" (Bier 25.000 STD). Ich war tierisch am Schwitzen und irgendwie auch so ziemlich die einzige Person, die auf den Straßen unterwegs war.Am Fort Sao Sebastiao Die Einheimischen zogen sich über die Mittagsstunden lieber in den Schatten oder ihre Häuser zurück. Gegen 16 Uhr war ich schließlich zurück im Hotel und genoss eine erfrischende Dusche. Da trotz der Klimaanlage ein paar Mücken im Zimmer rumschwirrten, hing ich sicherheitshalber mein mitgebrachtes Moskitonetz auf. Ich wollte danach noch schnell zur Tauchbasis "Club Maxel" kurz vor dem Flughafen, um mit Jean-Louis ein paar Tauchgänge zu planen. Also nahm ich mir am Markt ein Taxi und handelte einen Preis von 20.000 STD aus. Am Ziel angekommen wollte der Fahrer dann plötzlich 30.000 STD haben - ich habe ihn daraufhin einfach mit den 20.000 STD stehen gelassen. Tja, aus der Planung wurde aber leider nichts, denn Jean-Louis war leider gar nicht da. Da blieb mir dann nichts anderes übrig, als zu Fuss zurück in die Stadt zu latschen, denn als Anhalter wurde ich von den vorbeifahrenden Autos leider auch nicht mitgenommen. Wie es in Äquatornähe nun mal so ist, wurde es um 18 Uhr auch fast schlagartig dunkel und da es hier so etwas wie Straßenbeleuchtungen so gut wie gar nicht gibt, musste ich den restlichen Weg zum Hotel im Dunkeln laufen. In der netten Bar "Bambu" direkt am Hotel gönnte ich mir nach dem Marsch noch eine große Flasche Bier als Absacker (20.000 STD) und fiel müde ins Bett. Damit ich hier keinen totalen Inselkoller kriege, würde ich mir wohl in den nächsten Tagen einen Mietwagen beschaffen.

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3. Tag (Fr., 21.03.2008)
Heute wollte ich mal versuchen, alle möglichen brauchbaren Informationen bzgl. Unternehmungen auf der Insel, Flügen nach Principe, Mietwagen etc. einzuholen. Nachdem ich ausgeschlafen und im Hotel gefrühstückt hatte, setze ich mich in die Bar "Bambu" nebenan und machte mal mit Hilfe des Reiseführers und der spärlichen Informationen aus dem Internet einen groben Plan, was ich mir auf Sao Tome eigentlich alles anschauen wollte. Zwischendurch rief ich Jean-Louis von der Tauchbasis an und verabredete ein Treffen für heute Nachmittag hier im "Bambu".Neugieriger Junge in der Hauptstadt Gegen 11 Uhr brach ich schließlich zu einem weiteren kurzen Stadtbummel auf und klapperte dabei die 3 örtlichen Reiseagenturen ab. Es war wieder mal extrem schwül und bereits nach 10 Minuten hatte ich keinen trockenen Fetzen mehr am Körper. Wie sich herausstellte, waren die Preise für mögliche Touren auf Sao Tome bei allen Agenturen ziemlich gleich, jedoch bezeichnet der Reiseführer "Mistral Voyages" als den zuverlässigsten. In den Büros der Anbieter kann man durch selbstgebastelte Kataloge blättern und sich die verschiedenen Touren in Ruhe anschauen. Trekkingtouren ins Inselinnere kosten ca. 60-65 €/Tag, jedoch müssen mindestens 2 Personen teilnehmen, ansonsten muss eine Einzelperson den doppelten Preis zahlen. Na toll, bei Nachfrage stellte sich heraus, dass eigentlich keine Touren in den nächsten Tagen mit irgendeiner anderen Gruppe geplant wären und eine Tour alleine war mir definitiv zu teuer. Ich bekam jedoch freundlicherweise den Hinweis, dass ich mir auch selber einfach einen Guide direkt über ECOFAC besorgen könnte, wobei die Kosten dann nur bei ca. 15 €/Tag liegen würden - ein Hoffnungsschimmer für mich. Von einer Tour auf den Gipfel des Pico de Sao Tome rieten mir jedoch wegen des Wetters und der Beschaffenheit der Pfade (extrem schlammig!) alle 3 Agenturen ab. Flüge nach Principe würden 2mal pro Woche durchgeführt (Do. + So.) und lagen bei ca. 140 €. Die Kosten für Mietwagen waren ebenfalls bei allen Agenturen nahezu identisch und beliefen sich auf ca. 60-65 €/Tag für einen kleinen Jeep mit 4WD. OK, dann hatte ich ja erst einmal ein paar Infos zusammen und konnte mir später Gedanken über meine Unternehmungen hier auf der Insel machen.Parkplatz für die Ewigkeit Bei diesem Rundgang durch die Hauptstadt fielen mir erstmals bewusst die vielen Schrottgegenstände in den Gärten auf und auch die Tatsache, dass es sogar mitten in der Stadt kleine Bananenplantagen an manchen Häusern gab. Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich noch bei einem Straßenhändler Zigaretten ein (Marlboro 50.000 STD), denn scheinbar kann man sie nur bei denen bekommen. Zumindest hatte ich noch nirgendwo in einem Laden Zigaretten gesehen. Gegen 13 Uhr war ich wieder im Hotel und hielt ein Mittagsschläfchen- das Beste was man bei diesem Wetter tun konnte. Anschließend machte ich mal eine grobe Planung für den weiteren Reiseverlauf, plante dabei 7 Tage für die Insel Principe ein (in der Hoffnung das mir dort nicht allzu schnell langweilig werden würde), im Anschluss daran 1-2 Nächte für die Insel Ilheu das Rolas und die restlichen Tage wieder für Sao Tome. Bis zum Eintreffen von Jean Louis frischte ich mit einem Sprachführer mal wieder mein portugiesisch etwas auf. Gegen 17 Uhr traf meine Verabredung im "Bambu" ein und Jean-Louis entpuppte sich als supernetter Franzose, der eine Menge Tipps und Geschichten auf Lager hatte. Mit ihm würde das Tauchen sicherlich viel Spass machen. Aber auch hierbei bestand das Problem bei der Mindestteilnehmerzahl von 2 Personen und somit befand ich mich in der Abhängigkeit, dass sich für eventuelle Tauchgänge auch noch andere Leute melden müssten.Frische Bananen mitten in der Stadt Zumindest für Sonntag hatte Jean-Louis 2 weitere Teilnehmer, so dass dieser Tag schon mal ganz dem Tauchen gewidmet war (40 €/Tauchgang). Alle weiteren Tauchgänge und einen eventuellen Rescue-Diver-Kurs wollten wir dann am Sonntag Abend besprechen. Jean Louis hoffte auch, dass in der nächsten Woche 2 Taucher aus Angola da wären, so dass in der Zeit problemlos Tauchgänge durchgeführt werden könnten. Die Infos die ich bzgl. der anderen Tauchbasen erhielt, waren jedoch nicht gerade beruhigend. Der ehemalige deutsche Leiter der Tauchbasis auf Ilheu das Rolas hatte Anfang des Jahres Selbstmord begangen und die Tauchbasis wurde nun vorerst ebenfalls von Jean-Louis betreut. Allerdings waren die Preise dort höher, weil diese vom Hotel direkt bzw. von einem bestimmten Veranstalter vorgeschrieben wurden. Aus diesem Grund trieben sich dort auch so gut wie keine Taucher mehr rum. Mit der Tauchbasis auf Principe (am "Bom-Bom Island Resort") stand es scheinbar ebenfalls nicht viel besser, denn Jean Louis konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob diese überhaupt besetzt wäre. Scheinbar war dort auch eine neue Leitung geplant und ich sollte dort auf jeden Fall vorher anrufen und nachfragen, ob überhaupt Tauchexkursionen durchgeführt würden. Angesprochen auf die Preise bzgl. Trekkingtouren und Mietwagen hatte Jean Louis erfreulicherweise auch gleich ein paar Telefonnummern parat. Zum einen von einem englischsprachigen Guide (Mario) auf der Insel, mit dem solche Touren deutlich günstiger wären als mit den lokalen Veranstaltern und zum anderen von jemandem bei einer örtlichen Mietwagenfirma (Nunu von Turiart), bei dem ich einen 4WD Jeep für 45 €/Tag bekam. Grund für diesen Sonderpreis war die Tatsache, dass Jean-Louis generell auf eine Vermittlungsprovision verzichtete. Den Wagen machte ich dann auch direkt für morgen klar, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Auch einen Tipp wo ich eventuell eine detaillierte Karte der Insel bekommen könnte hatte der Franzose noch parat, denn mit den verfügbaren Touristen-Karten der Hotels und Agenturen konnte man absolut nichts anfangen. Nach unserem netten Gespräch schlürft ich noch gemütlich ein Bier und verkroch mich anschließend in mein Bett.

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4. Tag (Sa., 22.03.2008)
Für heute stand eine Erkundung der Nordküste inkl. der Strände mit dem Mietwagen an. Also hiess es um 7 Uhr raus aus den Federn und Frühstücken. Bereits jetzt war strahlend blauer Himmel und heiss-schwüle Temperaturen. Gegen 8 Uhr übernahm ich schließlich von Nunu (Touriart) am Hotel den Jeep für die abgesprochenen 45 €.Praia Micolo Schnell noch in der Stadt zum Tanken (20 l Diesel für 330.000 STD) und dann noch ein kurzer Stopp am Souveniershop neben dem Büro von STP Airways, wo es laut Jean-Louis angeblich gute Straßenkarten geben sollte. Leider hatte der Laden heute zu. Egal, es würde auch ohne gehen. Über die einigermaßen gut ausgebaute Landstraße ging es in ca. 30 Minuten bis zum kleinen Ort Micolo direkt an der Nordküste. Der Weg von hier aus bis nach Morro Peixe entlang der Strände bestand nun nur noch aus einer üblen Rüttelpiste und vielen Schlammlöchern, welche wirklich nur mit einem 4WD und hoher Bodenfreiheit zu meistern waren. Andere Autos begegneten mir auf dieser Strecke keine, eine Panne hätte also einen ordentlichen Fussmarsch zur Folge gehabt. Nichts desto trotz führte die Piste an wirklich traumhaften und einsamen Sandstränden wie aus dem Bilderbuch vorbei - aber auch an vielen verfallenen und verlassenen Gebäuden. Kurz vor der Roca Fernao Dias waren etliche Frauen mit Ihrer Wäsche in einem Fluss beschäftigt, wollten jedoch wegen Ihrer leichten Bekleidung nicht fotografiert werden, was ich natürlich respektierte. Die Ablehnung der Erwachsenen gegenüber Fotos würde mich noch öfters auf der Insel begegnen. Dafür hatten jedoch die Kinder in der Umgebung einen Riesenspass daran fotografiert zu werden und sich die Bilder anschließend im Display anzuschauen. Ein zusätzliches Glitzern in Ihren Augen konnte ich durch das Verschenken von ein paar Luftballons und Klebebildern erzielen. Das es inzwischen beinahe unerträglich heiss war brauche ich kaum noch zu erwähnen und da kam ein kurzer Sprung in das warme Meerwasser genau richtig.Kinder bei Fernao Dias Bei dem kleinen Örtchen Morro Peixe mündete die Piste schließlich wieder auf einer asphaltierten Strasse auf der ich in ein paar Minuten nach Guadalupe gelangte. Auf dem örtlichen kleinen Markt deckte ich mich noch schnell mit ein paar Getränken und etwas Obst ein und musste dann leider bei der Rückkehr am Auto meine erste böse Überraschung erleben, denn mein GPS-Gerät war vom Beifahrersitz geklaut worden. Ich hatte sofort 3 Jugendliche in Verdacht, die vor meinem Marktbesuch um meinen Wagen rumlungerten und eine Autowäsche anboten, welche ich jedoch abgelehnt hatte. Obwohl der Wagen abgeschlossen war und in Sichtweite zum Markt stand, war jedoch die Beifahrertür irgendwie aufgemacht worden. Na toll, mein Portugiesisch reichte für eine solche Anschuldigung gegenüber der Polizei leider nicht aus aber zum Glück fand ich tatsächlich jemanden im Ort der Englisch sprach. Mit ihm zusammen bin ich dann zur Polizeistation im Ort gefahren und habe den Vorfall geschildert. Der Dorfpolizist fuhr dann mit mir zusammen zurück zum Markt, wo ich ihm auch die 3 Burschen zeigen konnte. Die bestritten natürlich alles und auf einmal fanden sich sogar irgendwelche Zeugen ein, die bestätigten dass die Jungs rein gar nichts getan hätten. Inzwischen gab es auch schon einen großen Menschenauflauf, ich fing mir böse Blicke der Einwohner ein und alle meckerten mich an, wie ich denn die 3 überhaupt beschuldigen könnte. Ich fühlte mich immer mieser und auch der Polizist konnte bei dieser Sachlage trotz ausgeübtem Druck auf die Jungs nichts weiter für mich tun.Die Lagoa Azul OK, musste ich die ganze Angelegenheit halt als Lehrgeld abhaken, denn zum Glück war es ja "nur" das GPS-Gerät und nicht die Kamera. Also von nun an würde ich eben gar nichts mehr im Auto liegen lassen, wodurch ein unbeschwerte Badeaufenthalt jedoch leider nicht mehr möglich wäre. Schade, denn eigentlich galt Sao Tome & Principe für mich als frei von Kriminalität, aber bereits bei den örtlichen Reiseagenturen hatte man mich ja gewarnt. Um mir nicht noch weiteren Unmut der Bevölkerung einzufangen setzte ich mich ins Auto und fuhr gegen 11 Uhr schnell weiter durch die savannenähnliche Landschaft zur Lagoa Azul an der Nordwestküste. Die kleine Lagune mit ihrem Steinstrand und dem kristallklaren türkisblauen Wasser liess erahnen warum es als wahres Schnorchelparadies galt. Im Schatten eines mächtigen Baobab-Baums gönnte ich mir eine ausgedehnte Pause. Da sich hier aber auch ein paar Einheimische rumtrieben, verging mir leider nach der gerade gemachten Erfahrung die Lust auf ein Bad. Gegen 12:30 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg und folgte der Straße an der Westküste entlang Richtung Neves. Auf der schönen Küstenstraße, gesäumt von einigen Steinstränden und einem rostigen Schiffswrack in Ufernähe (Schnorchelparadies!), waren außer mir kaum andere Fahrzeuge unterwegs. In Neves wollte ich eigentlich der lokalen Bierfabrik einen Besuch abstatten, jedoch hatte diese heute leider geschlossen. Da ich für heute nicht noch weiter nach Süden fahren wollte, entschloss ich mich auf gleichem Weg zurück zu fahren und musste dafür auch wieder durch den Ort Guadalupe.Rostiges Schiffswrack an der Westküste Mitten im Ort wurde ich auf einmal von einem Bewohner aufgehalten und er erklärte mir, dass ich nun nochmal mit zur Polizeistation kommen sollte. Na toll, als wenn die ganze Sache nicht schon dumm genug gelaufen wäre. Was würde denn jetzt noch kommen? Auf der Wache angekommen sass da auch einer der von mir beschuldigten Jungs - mit langem Gesicht, einem Handgelenk verbunden und dem Arm in einer Schlinge. Was war denn nun passiert? In meiner Abwesenheit hatte sich der Dorfpolizist noch einmal die 3 Jugendlichen hart vorgenommen, d.h. auch mit dem Schlagstock bearbeitet. Als Ergebnis davon kam heraus, dass die 3 tatsächlich doch wie von mir behauptet das GPS-Gerät geklaut hatten. Auch einige andere Dorfbewohner waren mit auf der Wache und schrien den Jungen unentwegt an, denn sie waren wirklich stinksauer über den Vorfall. Ein paar griffen sich den Burschen auch und wollten ihn in einen Nebenraum schleifen (und wahrscheinlich weiter verprügeln), worauf er angsterfüllt anfing zu schreien und zu weinen. Erst als ich die Leute mehrfach bat ihn in Ruhe zu lassen ließen sie glücklicherweise von ihm ab. Ich musste ca. 30 Minuten warten bis schließlich auch der stellv. Kommandant erschien und mir dann erklärte, dass sie das GPS-Gerät zwar hätten, ich dieses aber erst in 2 Tagen mitnehmen könnte wenn auch der Kommandant da wäre. Darauf hatte ich aber absolut keine Lust und nachdem ich 250.000 STD (ca. 11 EUR) über den Tisch schob, war dies auch überhaupt kein Thema mehr. Was mich dann (positiv) überraschte war die Tatsache, dass der stellv. Kommandant das Geld mit dem Dorfpolizisten und meinem Dolmetscher teilte. Keine Ahnung was die anschließend noch mit dem Jungen gemacht haben, aber so blöd das nun klingt: Auf eine gewisse Art und Weise funktioniert sogar hier die Polizei. Eigentlich wollte ich mir ja nun die Roca Agostinho Neto anschauen, aber bei dem extrem sonnigen und heißen Wetter konnte man es auf Plätzen ohne Schatten keinesfalls aushalten. Daher fuhr ich zurück ins klimatisierte Hotelzimmer, erledigte ein paar Dinge im Internet und gönnte mir eine Siesta. Irgendwie war ich viel zu kaputt um mich wirklich nochmal aufzuraffen und daher vertilgte am Abend mein restliches Obst, gönnte mir einen Absacker in der Bar "Bambu" und kroch anschließend ins Bett.

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5. Tag (So., 23.03.2008)
Heute war Ostersonntag (Feiertag), für mich hiess es jedoch früh aufstehen, denn die ersten Tauchgänge standen an.An der Tauchbasis Club Maxel Bereits um kurz nach 7 Uhr holte mich ein Freund von Jean-Louis am Hotel ab und brachte mich zur Tauchbasis von "Club Maxel" an der Praia Lagarto nahe der Stadt. Das Wetter war, wie sollte es auch anders sein, mal wieder sonnig und wolkenlos. Wie mir der Freund von J.L. erzählte war dies aber eher ungewöhnlich und eigentlich typisch für den Februar und nicht für Ende März. Die Klimaverschiebung lässt grüßen. An der Tauchbasis wurde schnell das Equipment auf dem Boot verladen und zusammen mit 4 weiteren Tauchern ging es vorbei an den gestern besuchten Traumstränden direkt zur Lagoa Azul, wo Jean-Louis mit einem Tauchprüfling noch eine Abschlussübungen im seichten Wasser machte. Anschließend ging es für uns alle in den tieferen Teil der Lagune (35 m), welche geprägt war durch Felsen auf sandigem Untergrund, jedoch kaum Korallen. Während des Tauchgangs gab es unglaublich viele und verschiedene Muränen zu sehen, Zitterrochen, Krebse und Unmengen Kleinfische. Für den Einstieg eigentlich sehr schön, aber irgendwie war heute wohl nicht mein Tag, denn kaum zurück an Bord fütterte ich die Fische mit meinem Frühstück.Muräne in der Lagoa Azul Keine Ahnung wo auf einmal die Übelkeit herkam, aber mir ging es richtig mies und notgedrungen musste ich sogar den zweiten Tauchgang ausfallen lassen. Gegen Mittag waren wir zurück an der Tauchbasis und der Freund von J.L. brachte mich wieder zurück zum Hotel wo ich mich erstmal im kühlen Zimmer hinlegte. Ich schob das ganze erstmal auf eine Art Magenverstimmung (aber wovon?). Gegen 17 Uhr traf ich mich mit den Jungs vom Tauchen im "Miramar Passante" auf ein Bier. Jean-Louis hatte leider schlechte Nachrichten bzgl. weiterer Tauchgänge, denn für die kommende Woche hatten sich noch keine weiteren Taucher angekündigt und nur für eine Person wird nicht rausgefahren (mind. 2 Teilnehmer). Nächstes Wochenende würden aber eventuell 2 Leute aus Angola zum Tauchen rüberkommen, also einfach mal abwarten. Um 18 Uhr war ich wieder zurück im Hotel und mir ging es eigentlich immer noch nicht besser. Deswegen pfiff ich mir zunächst eine Elektrolytlösung rein, ruhte etwas aus und probierte später das hoteleigene Restaurant aus (Vorbestellung nicht notwendig!). Die Karte bestand aus 4 verschiedenen Grundgerichten (Schwein, Huhn, Fisch + Nudeln), deren Zubereitungsart täglich wechselte. Ich probierte mal den Fisch aus (7 €, große Portion, interessant gewürzt), bekam jedoch nur die Hälfte runter. Eigentlich wollte ich ja für die nächsten Tage einen Mietwagen nehmen, aber nun wollte ich doch erstmal abwarten wie es mir morgen früh gehen würde. Schlafen (ist immer noch die beste Medizin)!

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6. Tag (Mo., 24.03.2008)
Gegen 7 Uhr stand ich auf und fühlte mich tatsächlich ein klein wenig besser. Also schnell Nunu angerufen, den Jeep für die nächsten 3 Tage klar gemacht (gleiche Konditionen) und etwas gefrühstückt. Wie in Afrika halt üblich verspätete sich Nunu etwas und gegen halb 9 bekam ich schließlich den Wagen.Verfallenes Gebäude auf der Roca Monte Cafe Zunächst versuchte ich nochmal mein Glück in dem kleinen Laden bzgl. Straßenkarte, hatte aber wieder kein Glück denn sie hatten überhaupt gar keine detaillierten Karten im Sortiment. Zwecks Planung für einen Besuch von Principe fragte ich nebenan im Büro von STP Airways mal wegen Flugtickets nach und erfuhr, dass eine Buchung nur direkt über das Hotel "Marlin Beach" möglich wäre. Erfreulicherweise war es heute mal bewölkt und das Klima war automatisch viel angenehmer. Nach einem kurzen Tankstopp (20 l Super für 413.000 STD) ging es durch Bananen- und Kokoshaine nach Trindade und von dort aus weiter bergauf Richtung Roca Monte Cafe. Der Hauptzugang zur Roca war wegen Bauarbeiten gesperrt, jedoch sollte es weiter oben auch noch einen Nebenzugang geben. Auf der Straße weiter bergauf gabelte ich einen Jungen auf, der mir sowohl den Zugang zur Roca, als auch die ganze Roca selber ausführlich und voller Begeisterung gezeigt hat. Er führte mich gemütlich über die komplette Anlage mit Hospital, Schule, Wohngebäuden, den alten verrosteten Maschinen, dem Kindergarten usw. und erklärte mir leidenschaftlich alles in einem Mix aus Englisch und Portugiesisch - einfach klasse. Der Junge war echt witzig und deswegen entschloss ich mich auch, mir auch die anderen Dinge am heutigen Tag von ihm zeigen zu lassen.Wasserfall Sao Nicolao So fuhren wir zunächst durch den Regenwald direkt zum 30 m hohen Wasserfall Sao Nicolao direkt neben der Strasse weiter oben in den Bergen. Dieser Wasserfall ist zwar ganz nett aber auch nichts besonderes, obwohl er von fast jeder örtlichen Agentur als lohnenswertes Ausflugsziel angepriesen wird (aber wohl eher weil er so einfach zu erreichen ist). Von dort aus machte ich mich schließlich mit meinem jungen Guide über eine Steinpiste vorbei an Kaffeeplantagen auf den Weg zur ECOFAC-Station Bom Successo. In dem dortigen Botanischen Garten wurden mir auf einem Rundgang alle möglichen einheimischen und endemischen Pflanzen gezeigt und so gut es ging auch ihre medizinische Nutzung erklärt. Eine nette und schöne Tour, für die am Ende nur eine freiwillige Spende zum Erhalt der Station erbeten wurde. Auch eine Eintragung im Gästebuch liess ich mir natürlich nicht entgehen, vor allem weil es kaum Einträge von Deutschen Besuchern gab. Damit war mein Sightseeingprogramm für diese Gegend beendet und auf dem Weg zurück nach Trindade nahm ich zunächst noch einen der ECOFAC-Guides ein Stückchen mit, setzte anschließend meinen Begleiter mit einer guten Entlohnung seiner Dienste ab und fuhr weiter über Madalena vorbei an Kaffee-, Kakao- und Bananenplantagen zur Roca Agostinho Neto. Zwischendurch gab es einen kurzen aber heftigen Regenschauer, bei dem die Strassen schlagartig wie leergefegt waren, die wenigen Fussgänger sich mit großen Bananeblättern zu schützen versuchten und das Wasser teilweise in Sturzbächen über die Strasse lief. An der Roca angekommen war der ganze Spuk aber auch schon wieder vorbei. Obwohl die Roca größtenteils verfallen ist, ist alleine schon ihre Größe extrem beeindruckend - allen voran die imposante Auffahrt zum ehemaligen Krankenhaus. Die wenigen Leute die hier leben tun dies inzwischen unter sehr ärmlichen Bedingungen, denn vom ehemaligen Glanz und der Produktivität der Roca ist leider nichts mehr übrig. Bei meiner Erkundung der Roca Agostinho Neto kamen recht schnell einige Kinder angelaufen und ich schenkte ihnen ein paar Luftballons und Jojos.Die Roca Agostinho Neto Anstatt sich aber darüber zu freuen wurden die Kinder immer aufdringlicher, egoistischer und versuchten sogar sich die Dinge direkt aus meinem Rucksack zu reissen. Ich musste erst richtig laut werden, bevor das Gedränge und Rumzerren aufhörte - eine Tatsache die ich bislang in keinem anderen Land erlebt hatte. Auch auf meiner weiteren Erkundung der Roca wichen die Kinder nicht von meiner Seite und bettelten penetrant und wirklich nervig weiter, es glich schon fast einem Spiessrutenlauf. Das Verschenken von Kleinigkeiten an Kinder wurde mir durch dieses Verhalten echt madig gemacht (wie sich später herausstellte, war dies aber nur hier auf der Roca Agostinho Neto so extrem). Als es schließlich wieder anfing zu Regnen beschloss ich zurück zum Hotel zu fahren wo ich gegen 15 Uhr ankam. Dort gönnte ich mir ein spätes Mittag- bzw. frühes Abendessen und buchte per Telefon für morgen eine Nacht im Luxushotel "Pestana Equador Island Resort" (129 €, HP) auf der Ilheu das Rolas im Süden von Sao Tome. Ebenfalls per Telefon fragte ich im "Marlin Beach" wegen der Flüge nach Principe nach. Es gab noch ein paar freie Plätze jedoch müsste ich diese direkt im Hotel buchen und auch sofort bezahlen. Also nix wie rein ins Auto und hin zum "Marlin Beach", wo ich schließlich die Flüge (115 €) für 7 Tage Principe (27.03. bis 03.04.) klar machte. Die Flüge würden von SCD Aviation durchgeführt, einer angeblich privaten Fluggesellschaft an der auch der Besitzer der beiden Resorts "Marlin Beach" und "Bom Bom Island" (auf Principe) beteiligt ist. Nachteil der kleinen Maschinen: es waren nur 15 kg Gepäck erlaubt weswegen meine Tauchsachen wohl oder übel hier auf Sao Tome bleiben müssten. Nachdem die Planung für die nächsten Tage also stand gönnte ich mir noch einen Bier an der Hotelbar und zog mich dann zum Schlafen zurück.

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7. Tag (Di., 25.03.2008)
Bereits um 6:30 Uhr klingelte mein Wecker. Nachdem ich ein paar Sachen für die Nacht auf der Ilheu das Rolas gepackt und in Ruhe gefrühstückt hatte, ging es gegen 8 Uhr mit dem Mietwagen bei leichter Bewölkung an der Ostküste entlang in Richtung Süden.Die Hauptstraße nach Süden Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, wie lange ich für die Strecke bis zur Südspitze von Sao Tome brauchen würde und daher hob ich mir auch den kurzen Abstecher zur Naturattraktion "Boca do Inferno" für ein anderes mal auf. Die Strassenverhältnisse auf dieser Strecke waren sehr unterschiedlich, denn gute asphaltierte Abschnitte wechselten sich immer wieder mit reinen Schotterpisten und Abschnitten die nur aus Schlaglöchern zu bestehen schienen ab. Eindrucksvoll und abwechslungsreich war hingegen die Natur auf der Fahrt nach Süden, denn die Küstenstraße verläuft entlang schöner Strände, Steilküsten, Bananenplantagen und bergauf durch dichtes Grün des Urwalds. Auf einem geraden Streckenabschnitt kurz hinter der Abzweigung nach Ribeira Peixe erblickte ich dann auch erstmals, leider in Wolken gehüllt, die bizarre Felsformation Cao Grande. Auf der weiteren Fahrt nach Süden erblickte ich im Augenwinkel beim Vorbeifahren irgendetwas dunkles und schlauchähnliches am Strassenrand, war mir aber nicht ganz sicher was es war. Deswegen setzte ich noch mal zurück und traute meinen Augen nicht, als ich eine Schwarze Kobra erblickte, die sich am Strassenrand entlang schlängelte.Die giftige Schwarze Kobra Ich bin ein absoluter Schlangenfan, hatte mich allerdings schon mit dem Gedanken angefreundet, dass ich in diesem Urlaub wohl kaum auf eine der seltenen und extrem scheuen Giftschlangen stossen würde. Meine Freude war daher natürlich um so größer. Gegen kurz vor 11 Uhr kam ich schließlich an dem Bootsableger Ponta Baleia kurz vor Porto Alegre an, von wo aus mich ein Motorboot kostenlos (ist im Übernachtungspreis inbegriffen) zur Ilheu das Rolas bringen sollte. Es wurde extra für mich per Funk von der Insel gerufen und nach einer kurzen Wartezeit wurde ich in einer 10minütigen Überfahrt zur Insel gebracht. Während der Bootsfahrt konnte ich den Ausblick auf die goldgelben und von Palmen gesäumten Sandstrände südlich von Porto Alegre geniessen. Natürlich waren sämtliche Strände menschenleer, denn Touristen "verirren" sich nur höchst selten dorthin. Am Bootsteg auf der Ilheu das Rolas wurde ich freundlich mit einer frisch gekühlten Kokosnuss begrüsst - ein wahrer Hochgenuss und bei der Schwüle ein willkommener Drink. Schnell den Check-In an der Hotelrezeption hinter mich gebracht und schon konnte ich mein Zimmer bzw. Bungalow im "Pestana Equador Island Resort" beziehen. Das Zimmer war riesig, sauber, schön mit Holz vertäfelt, hatte TV, AC und einen Kühlschrank.Pestana Equador Island Resort Was will man mehr! Direkt vor der Tür lag inmitten einer gepflegten Gartenanlage die schöne Poollandschaft und der hoteleigene Strandabschnitt. Die ganze Anlage war sehr harmonisch in die Landschaft und die umliegenden Kokoshaine eingebettet - ein Paradies, vor allem weil außer mir kaum andere Touristen da waren. Nach einer kurzen Erfrischung im Pool und einem Drink an der Poolbar ruhte ich mich noch kurz aus und startete schließlich bei typisch schwülem Tropenwetter um 14 Uhr meine Inselerkundung. Die meisten Pfade über die kleine Insel waren gut zu erkennen und vor allem an den Küstenabschnitten im Osten bot sich eine atemberaubende Kulisse von grünen Palmen auf schwarzem Lavagestein vor türkisblauem Wasser. Im Süden der Insel gab es ein Blowhole und hier wechselten sich die Lavafelsen auch mit einsamen Sandstränden ab. Lästig waren hingegen die unzähligen Mücken, die selbst mit Mückenschutzmittel kaum abzuhalten waren. Leider gab mir bei meiner kleinen Wanderung mein Kreislauf unmissverständlich zu erkennen, dass tatsächlich irgendetwas mit mir nicht in Ordnung war. Es kam mir teilweise so vor, als wenn er jeden Moment versagen würde und ich musste mich sogar unterwegs übergeben. Mehr schlecht als recht schleppte ich mich nach 3 Stunden zum Hotel zurück und versuchte mich noch mal im Pool zu erfrischen. Danach hiess es für mich ab aufs Zimmer, Schlafen, Übergeben und weiter Schlafen. Ich war wirklich fix und fertig und das Abendessen in netter Kulisse fiel für mich leider aus. Ich liess mir noch Wasser aufs Zimmer bringen und mit einem etwas besseren Gefühl schlief ich irgendwann ein.

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8. Tag (Mi., 26.03.2008)
Es ging mir zwar nicht wirklich gut, aber trotzdem stand ich auch heute wieder früh auf und machte mich bereits um 7 Uhr durch den Wald auf den Weg zum Äquator, der quer über die Ilheu das Rolas verläuft.Am Äquator auf der Ilheu das Rolas Um dies den Touristen auch deutlich zu machen, gab es auf dem einzigen Hügel der Insel ein kleines Äquator-Denkmal, von dem man im übrigen einen tollen Blick auf die Hotelanlage und die Südküste von Sao Tome hatte. Nach diesem kurzen Abstecher, den ich gestern ja nicht mehr geschafft hatte, marschierte ich zurück zum Hotel und legte mich noch mal kurz hin, bevor ich schließlich gegen halb neun zum Frühstück ging. Mein Boot zurück nach Sao Tome würde erst gegen 14:30 Uhr ablegen, so dass ich die Zeit bis dahin noch irgendwie rumkriegen musste. Eine weitere Wanderung über die kleine Insel wollte ich mir nicht zumuten und so legte ich mich einfach nur am Pool in den Schatten. Aber auch hier wurde es schon bald viel zu heiss und ich zog mich notgedrungen ins klimatisierte Zimmer zurück. Am frühen Nachmittag checkte ich schließlich im Hotel aus und wurde zusammen mit ein paar anderen Touristen mit dem Motorboot zurück zur Anlegestelle bei Ponta Baleia gebracht. Schnell den Rucksack ins Auto und schon sollte es losgehen, doch leider wollte der Wagen nicht so wie ich, denn er sprang erst gar nicht an. Was war denn nun los? Wie es schien hatte ich die Lüftung im Auto angelassen und diese lief wohl auch bei ausgeschaltetem Motor und abgezogenem Schlüssel weiter, weswegen nun wohl die Batterie komplett leer war. Ich konnte von Glück reden, dass die anderen paar Touristen mit einem Kleinbus abgeholt wurden und sich noch ein paar Einheimische hier aufhielten.Die Felsformation Cao Grande Zuerst fummelten - typisch für Afrika - 6 Leute wild in meinem Motorraum rum ohne wirklich zu wissen was los war. Als ich ihnen schließlich erklären konnte, dass es vermutlich die Autobatterie war, wurde zunächst mit wilden Anschiebaktionen versucht den Wagen wieder flott zu bekommen. Als das aber alles nichts half wurde meine Batterie kurzerhand ausgebaut und die vom Minibus bei mir angeklemmt. Super, der Wagen sprang auch direkt wieder an (*freu*). Anschließend bauten die Jungs mir meine Batterie wieder bei laufendem Motor ein. Geld wollten sie für die ganze Mühe nicht haben, ein Danke reichten ihnen vollkommen. Ich machte mich nun also wieder auf den Weg über die Küstenstraße zurück in Richtung Hauptstadt und konnte den Cao Grande diesmal sogar wolkenfrei genießen. Aber irgendwie wollte meine Pechsträhne trotzdem nicht so recht abreißen und ich bekam auf halben Weg auch noch eine Reifenpanne. Erfreulicherweise war aber auch hier rasch eine helfende Hand parat, so dass der Reifen in der drückenden Hitze rasch gewechselt war. Diesmal freute sich der helfende Plantagenarbeiter auch über eine kleine Entlohnung (50.000 STD). Gegen 17:45 Uhr kam ich schließlich kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder in meinem Hotel "Residencial Avenida" an. Ich fühlte mich aber immer noch ziemlich schlecht und checkte mit einem Fieberthermometer erstmal meine Temperatur - es war aber zum Glück alles im grünen Bereich. Auch Appetit hatte ich keinen und so liess ich das Abendessen ausfallen und legte mich nach einer erfrischenden Dusche einfach nur noch Schlafen.


2. Teil 2. Teil