Startseite Zurück zur Kontinentauswahl Der Daumen Arabiens Zwischen Orient und Küstentrubel
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Kurze Landesinformationen Ausführliche Beschreibungen von: Doha, Festungen/Forts, Inlandsee Khor Al Udaid, Mystery Valley + Film City, Mangrovenhalbinsel Ras Umm Saa, Felsgravuren Al Jassassiya, Singing Sand Dunes, Ruinenstadt Al Gamel Genaue Reiseberichte Einreise, Adressen, Gesundheit, Sicherheit, Feiertage, Hinweise Bildgalerie mit zahlreichen Fotos

Der Daumen Arabiens


Ein ganzer Wüstenstaat in 7 Tagen
(21.03.2009 - 29.03.2009)



Planung
Sehr gute Freunde von uns (Jan + Steffi) hatte es arbeitstechnisch nach Qatar verschlagen. Grund genug für uns, den beiden einen Besuch abzustatten und dieses kleine, bei Touristen auch kaum bekannte Land zu erkunden. Im November konnte ich dann beim "Herbst-Special" von KLM sehr günstige Flüge ergattern und somit war eigentlich alles in trockenen Tüchern. Weil der Kinderreisepass von Luna in Qatar nicht anerkannt wird, musste für sie eben auch noch ein richtiger Reisepass her. Da wir bei unseren Freunden übernachten würden und deswegen keine Hotelbuchung vorweisen könnten, fragte ich bzgl. des Visum noch sicherheitshalber bei der Botschaft von Qatar nach. Ich hatte schließlich keine Lust auf irgendwelche Probleme bei der Einreise. Laut deren Auskunft wäre dies aber überhaupt kein Problem und ich sollte mir die Visa wie jeder andere auch direkt am Flughafen besorgen. Wehe wenn nicht! Auch der Geländewagen für ein paar Tage Landeserkundung war sehr unkompliziert per Internet bei "AutoEurope" gebucht. Erfreulich (und ungewohnt) für mich war, dass ich mich diesmal nicht um die komplette Freizeitplanung alleine kümmern musste, denn Steffi hatte mir dabei einen Teil abgenommen und bereits einiges vor Ort organisiert bzw. Informationen eingeholt.


1. Tag (Sa., 21.03.2009)
Heute stand uns insgesamt ein langer Anreisetag nach Qatar bevor und wir mussten schon in aller Früh aufstehen, das Auto beladen und zum Düsseldorfer Flughafen fahren, wo wir gegen 9 Uhr ankamen und ich die Mädels am Terminal mit dem Gepäck absetzte. Erstaunlicherweise war hier ganz schön was los und es brauchte einige Zeit, bis ich einen Parkplatz gefunden hatte. Den Check-In hatten wir bereits gestern online erledigt und brauchten daher nur noch unser Gepäck aufgeben. Es war unsere erste Flugreise bei der wir einen eigenen Kindersitz mitnehmen wollten und hatten diesen extra in einem Karton (mit viel Luftpolsterfolie) gut verpackt und vorsichtshalber auch bei der Service-Hotline angemeldet. Das Personal von KLM am Check-In-Schalter war superfreundlich, wies uns jedoch darauf hin, dass der Karton mit dem Kindersitz nicht in das kleine Zubringerflugzeug nach Amsterdam passen würde und daher auch wohl erst 1-2 Tage später in Qatar ankommen würde. Na toll, wir brauchten den Kindersitz natürlich bereits nach unserer Ankunft. Das Problem war aber eigentlich nur der große Karton, daher packten wir den Kindersitz in einen Transportsack um, gaben ihn als Sondergepäck auf und hofften, dass er so beim Transport nicht beschädigt werden würde (gerade deswegen hatten wir ihn ja in einen Karton gepackt). OK, das Gepäck war nun aufgegeben, aber wohin mit dem Karton und dem Verpackungsmaterial?? In die kleinen Mülleimer im Terminal wollte ich das ganze Zeug ja nicht stopfen und so bat ich einen Putzmann vor dem Terminal das ganze Zeug zu entsorgen. Für 5 € liess er sich auch darauf ein und nahm den ganzen Krempel schließlich mit. Nach unserer obligatorischen Flasche Sekt ging es zum Gate und pünktlich um 10:50 Uhr hob unser kleiner Flieger nach Amsterdam ab - unser Kindersitz wurde übrigens direkt neben mir auf dem Sitz transportiert. Nach der Ankunft in Amsterdam konnten wir in aller Ruhe weiter zum nächsten Gate, wo wir als erste an Bord gehen durften und das Essen für Luna vom Bordpersonal warm gemacht wurde - die kleine Maus hatte inzwischen auch richtig Hunger. Nach dem pünktlichen Start machten wir es Luna auf dem Boden vor uns (wo reichlich Platz war) mit Decken und Kissen bequem, so dass sie dort problemlos schlafen konnte. Fur Tina und mich gab es ein sehr gutes Filmangebot (Movie on demand). Gegen 21 Uhr Ortszeit erfolgte eine kurze Zwischenlandung in Damman. Bei dem halbstündigen Aufenthalt konnten wir allerdings an Bord bleiben, Luna füttern und dem Reinigungspersonal zuschauen. Während des kurzen Weiterfluges nach Qatar gab es zwar einige starke Turbulenzen, aber auch die brachten Luna erfreulicherweise nicht aus der Ruhe. Um 22:20 landeten wir schließlich in Doha, wo es glücklicherweise keine Warteschlange bei der Einreise gab und wir innerhalb weniger Minuten unser Visum holen konnten (100 QR/Person). Auch eine fehlende Hotelbestätigung war kein Problem, ich musste lediglich angeben dass ich bei Freunden wohnen würde. Bei der Immigration arbeiteten fast ausschließlich Frauen und Luna war mit ihrer sonnigen Art der Hingucker schlechthin. Alle Frauen wollten sie auch unbedingt mal angrabbeln - eine Eigenart die uns später noch öfters in Qatar begegnete. Direkt nach der Gepäckausgabe wurden alle Koffer nochmals durchleuchtet (vermutlich wg. Alkohol). Vor dem Terminal wartete schon Jan auf uns, der uns abholte und direkt zur Wohnung brachte. Kaum war Luna im Bett und schlief, konnten wir es uns zusammen mit Jan und Steffi auf der Dachterrasse bequem machen und den Abend bis 1 Uhr mit ein paar Bier ausklingen lassen.

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2. Tag (So., 22.03.2009)
Obwohl wir gestern eigentlich einen langen Tag hinter uns hatten, waren wir dennoch schon um 8 Uhr wach und frühstückten mit unseren Freunden. Jan musste anschließend zur Arbeit, wir würden uns aber heute Abend wieder mit ihm zum Essen treffen. Wir tauschten direkt bei Steffi unser Bargeld und brachen schließlich gegen 10 Uhr alle Mann (Steffi, Noah, Tina, Luna + ich) zum Zoobesuch auf.Villagio Mall Wettermäßig war es heute leicht bewölkt und windig, wodurch auch immer etwas Sand in der Luft lag. Der Zoo (Eintritt 5 QR) an sich war zwar nichts besonderes, für den geringen Eintritt aber vollkommen in Ordnung - vor allem für die Kinder. Entlang der kleinen Gehwege gab es fast ausschließlich afrikanische Tiere zu sehen und zum Schluss unseres Besuchs konnten sich Noah und Luna noch auf einem schönen Spielplatz etwas austoben. Im Anschluss an den Zoobesuch setzte uns Steffi gegen 13 Uhr an der großen Villagio Mall ab, wo sie uns gegen 16 Uhr auch wieder abholen würde. Ich kannte ein solches Einkaufszentrum ja bereits aus Macao und war daher gespannt, was uns hier erwarten würde. Das "Klein Venedig" von Qatar war allerdings nur ca. ¼ von dem Villagio in Macau und nicht ganz so filigran verziert. Nichts desto trotz war auch der Venedig-Nachbau in Doha nett anzuschauen, es waren natürlich alle Markenshops vertreten, überall gab es viele Fastfood-Stände, eine Eislauffläche, einen großen Carrefour-Supermarkt und eine witzige "Echo-Halle".Im Souq Waqif Zwischendurch nutzen wir im "Caffee Vergnano" die Gelegenheit für ein leckeres Mittagessen - das Preis-/Leistungsverhältnis war vollkommen OK. Nach der Erkundung der Mall deckten wir uns im Supermarkt noch mit Getränken, Obst und für mich Zigaretten (ca. 11 €/Stange) für die nächsten Tage ein. Pünktlich um 16 Uhr holte Steffi uns direkt an der Mall ab und wir fuhren zusammen zum Souq Waqif, dem mit Abstand schönsten Souq von Doha, wo wir uns auch später mit Jan zum Essen treffen wollten. Abseits der breiten "Hauptmeile" schlenderten wir durch die kleinen verwinkelten und teilweise überdachten Gassen kreuz und quer durch den Souq voller quirligem Leben. Wir kamen dabei gar nicht damit nach, alle Eindrücke um uns herum aufzusaugen. Das Warenangebot der unzähligen kleinen Shops war riesig, bunt und duftend - eben genauso wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Auch Geschäfte mit edlen Falken und -zubehör durften hier natürlich nicht fehlen. Gegen 18 Uhr stiess auch Jan dazu und wir ließen uns schließlich im Souq im Restaurant "Al Bandar" zum Shisha rauchen (herrlich lecker!!) und essen nieder. Satt und zufrieden fuhren wir zurück zur Wohnung, brachten die beiden Kinder ins Bett und ließen den Abend mal wieder auf der Dachterrasse bei angenehmen Temperaturen und ein paar kühlen Absackern ausklingen.

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3. Tag (Mo., 23.03.2009)
Heute wollte ich meinen gebuchten Mietwagen abholen und Jan kam extra kurz von der Arbeit vorbei (Mann, war der schon früh los),Unser Mietwagen um mich um 9 Uhr zum Stadtbüro der Mietwagenfirma (Al Muftah Rent a Car) zu bringen. Tina und Luna konnten währenddessen noch etwas länger liegen bleiben. Tja, leider war mein Wagen dort aber gar nicht verfügbar und so wurde ich von einem Mitarbeiter zum Hauptbüro in der Nähe des Flughafens gefahren. Dort stellte man dann fest, dass im System überhaupt keine Buchung von AutoEurope für mich vorlag. Das war aber auch nicht weiter wild, denn ich hatte ja die ausgedruckte Emailbestätigung und somit würde ich den Wagen auch bekommen. Jedoch gab es aber die gebuchte und bestätigte Wagenklasse (Mitsubishi Outlander 4WD) generell nicht in Qatar, sondern diesen Wagentyp nur als 2WD. Oh Mann, da muss ja einiges bei AutoEurope schief gelaufen sein. Mir konnte das aber egal sein, denn die freundliche Autovermietung gab mir kurzerhand ohne Mehrkosten eine bessere (und eigentlich teurere) Wagenklasse - einen dicken Nissan Pathfinder 4WD.Umm Salal Mohammed Fort Damit fuhr ich zurück zur Wohnung und holte meine beiden Mädels ab. Gegen 10:30 Uhr brachen wir schließlich in Richtung Norden auf. Zur Eingewöhnung sollte es heute auch nur eine kleinere Tour werden und den ersten Stopp legten wir vorsichtshalber bei einer Tankstelle ein, denn unser Fahrzeug würde sicherlich ganz schön durstig sein und ich hatte keine Lust irgendwo ohne Sprit liegen zu bleiben. Bei den Spritpreisen in Qatar (0,70 QR/Liter!!) kann man so ein Auto ja auch ruhig ein paar mal öfter voll tanken. Unser erstes Ziel des Tages war das Umm Salal Mohammed Fort mit seinen imposanten und gut erhaltenen Barzan Türmen. Eintritt brauchte man hier nicht zu bezahlen und wir waren die einzigen Leute hier. Generell begegnet man außerhalb von Doha höchst selten irgendwelchen anderen Touristen. Wir konnten also in aller Ruhe die kleine aber lohnenswerte Anlage erkunden, bevor wir mit dem Auto weiter nach Al Khor fuhren.Mangroven bei Al Khor Hier machten wir zunächst einen kurzen Abstecher zu den nahe gelegenen Mangrovenwäldern im Südosten der Stadt und kehrten anschließend gegen 13 Uhr zwecks Mittagessen in den örtlichen Pizza Hut ein. Luna hat dabei natürlich mal wieder den ganzen Laden unterhalten. Gut gestärkt fuhren wir danach noch ein Stückchen weiter bis nach Al-Dhakhira zu einem weiteren Küstenabschnitt mit vielen Mangroven. Die von türkisblauem Wasser gesäumten Mangroven an sich waren zwar nicht extrem spektakulär aber nichts desto trotz eine Besonderheit und Abwechslung in einem Land, in dem man sonst fast nur karge Wüstenlandschaft zu sehen bekommt. So, nun war es aber für Luna an der Zeit für einen kleinen Badestopp am Strand und so fuhren wir wieder zurück nach Al Khor, wo wir uns für eine Stunde am einigermaßen gepflegten Hauptstrand des Ortes niederließen, an dem es auch einige kleine Kinderspielplätze gab.Am Strand von Al Khor Luna konnte hier mit Tina zusammen nach Herzenslust herumlaufen und im Wasser plantschen. Auf dem Weg zurück nach Doha legten wir dann noch einen Zwischenstopp bei der noch im Bau befindlichen "Pearl" ein. Wenn das Bauprojekt mal fertig gestellt ist, dann wird es sicherlich eine der Hauptattraktionen von Doha werden. Es gab eine spezielle Zufahrt für Besucher, auf der man nicht ganz auf die Pearl fahren konnte, sondern kurz vorher in ein Parkhaus umgeleitet wurde. Von hier aus konnten wir dann zu Fuss den kleinen Teil der 1. Pearl erkunden, der bereits für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde und der sogar schon einige Einkaufsläden und zwei kleine Cafes enthielt. Alle Achtung, das wird hier später mal eine richtige prunkvolle Luxusmeile inkl. Yachthäfen für die Luxusboote. Auch hier stand Luna bei all den Araberfrauen mal wieder voll im Mittelpunkt und jede wollte unsere Kleine unbedingt mal anfassen, ihr Süßigkeiten geben oder von ihren Freundinnen mit Ihr zusammen fotografiert werden.Auf der im Bau befindlichen Pearl Luna hatte sichtlich Spass daran, aber uns nervte das allmählich schon etwas. Gegen 17 Uhr brachen wir schließlich wieder von der Pearl auf und fuhren vorbei an den teilweise imposanten Hochhäusern der West Bay bis zum Al Rumeilah Park direkt an der Corniche. Bei diesem Park handelt es sich um einen schönen Familienpark mit großen Grünflächen und einem riesigen Spielplatz. Der Zulauf von Familien war auch dementsprechend gross und Luna konnte sich hier zusammen mit zahlreichen Kindern austoben. Per Telefon verabredeten wir uns mit Jan und Steffi schließlich zum Essen im nahe gelegenen Restaurant "Balhambra", wo wir uns gegen 18:30 Uhr trafen. Das Restaurant lag wunderschön direkt an der Strandpromenade bzw. direkt am Wasser und bot von der Terrasse aus einen tollen Blick auf die beleuchteten Hochhäuser der West Bay. Diese gute Lage und das nette Ambiente schlugen sich zwar in höheren Essenpreisen nieder, aber für das wirklich sehr gute Essen und die Atmosphäre war das auch vollkommen in Ordnung. Eine Shisha durfte natürlich auch hier nicht fehlen und alles in allem ist das Restaurant wirklich absolut empfehlenswert. Gegen 21 Uhr fuhren wir zurück zur Wohnung, legten die Kinder schlafen und genossen wie jeden Abend noch ein paar nette Stunden auf der Dachterrasse.

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4. Tag (Di., 24.03.2009)
Während Jan und Steffi heute wieder arbeiten mussten, stand für uns die "Nordtour" auf dem Plan. Nach dem Frühstück brachen wir gegen 9 Uhr auf und fuhren über die Hauptstraßen in Richtung Nordwesten.Al Zubara Fort Ein zügiges vorankommen war trotz der Hauptstraßen jedoch kaum möglich, denn an beinahe jeder Ecke wurden die Straßen ausgebessert bzw. ausgebaut. Aber immerhin sahen wir auf unserem Weg zum ersten mal in diesem Urlaub Kamele am Straßenrand - Luna bekam davon jedoch leider nichts mit da sie tief und fest am Schlafen war. Um 10:45 Uhr erreichten wir schließlich das Al Zubara Fort, welches zweifelsohne das schönste Fort von ganz Qatar war. Auch hier musste man wieder keinen Eintritt bezahlen, jedoch war ein kleiner Obulus vom Verwalter gerne gesehen. Dafür bekamen wir dann wie selbstverständlich die Schlüssel für das Fort und die "Schatzkammer" ausgehändigt und konnten auf eigene Faust die kleine, aber sehr schöne Anlage erkunden. Hier kann man wirklich jeden Raum anschauen, die Türme erklimmen und natürlich auf dem oberen Wehrgang spazieren. Irgendwie fühlte man sich automatisch wie in einem Film (a la "Lawrence von Arabien") und konnte sich lebhaft vorstellen, wie dieses Fort von Soldaten bewohnt war.Al Thaqab Fort Eine halbe Stunde später zog es uns aber dann bereits schon weiter in Richtung Norden - immer auf der Suche nach weiteren Fortruinen, die es in dieser Gegend noch geben sollte. Wir fanden schließlich mit etwas Mühe eine staubige Abfahrt und die Rüttelpiste zum Al Thaqab Fort, wobei ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch glaubte es handelt sich um das von mir gesuchte Al Rekayat Fort. Auch dieses Fort ist vollkommen verlassen, jedoch noch gut erhalten. Im Gegensatz zum Al Zubara Fort gab es hier jedoch nicht viel zu erkunden. Wir wandten uns also wieder der Hauptstraße zu, folgten dieser weiter in Richtung Al Ruwais und fanden auf dem Weg dorthin die abseits der Straße gelegen Dorfruine Al Gamel. Laut einem dort aufgestellten Schild handelte es sich um eine archäoligische Ausgrabungsstätte, man bekam jedoch eher den Eindruck das Dorf habe als Kulisse für einen Kriegsfilm gedient.In Al Gamel Beschädigte Häuser, eingefallene Wände, große Steinhaufen und Schutt egal wohin man schaut ließen den Eindruck entstehen, als wenn hier gerade eben ein paar Bomben eingeschlagen wären. Einzig und allein der Turm der ehemaligen kleinen Moschee war noch völlig intakt und überragte die skurrile Szenerie der Dorfruine. Von hier aus fuhren wir direkt weiter bis nach Al Ruwais bzw. Al Shamal an der Nordspitze von Qatar, wo wir uns die vielen traditionellen Fischerboote im idyllischen Dhauhafen anschauten. Unser Hunger trieb uns aber auch schnell weiter in ein kleines einheimisches Restaurant direkt am Austernkreisverkehr in Al Ruwais, wo wir gegen 13 Uhr endlich zu Mittag aßen. Hier gab es nur Extreme - extrem leckeres Chicken Curry und extrem niedrige Preise. Wer sich mal in diese Gegend verirrt, der sollte sich diesen Laden nicht entgehen lassen! Gut gestärkt fuhren wir weiter auf der Hauptstraße in Richtung Süden und machten von dort einen Abstecher zum Strand von Fuwairit. Hier gab es jedoch leider sehr viele Algen am Strand und im Wasser, für Luna als eher ungeeignet. Also fuhren wir wieder ein Stück Richtung Norden und probierten es noch mal am Strand von Al-Ghariya. Dieser Strand war zwar auch nicht ideal, aber immer noch deutlich besser für Luna geeignet als der von Fuwairit. Unser kleiner Sonnenschein hatte also mal wieder Gelegenheit im Sand zu spielen und Baden zu gehen. Sie liebt das Wasser und es war jedes Mal ein Heidentheater, wenn wir sie wieder aus dem Meer rausholen wollten. Wie an vielen Stränden im Land gab es auch hier ein großes Zeltlager, in dem einheimische Familien ihr Wochenende bzw. ihre Freizeit verbringen.Kamelherde am Wegesrand Gegen 15:30 Uhr brachen wir wieder auf und trafen kurz darauf auf eine Kamelherde neben der Straße. Luna hat sich riesig gefreut und hat mit Mama zusammen die Herde ein wenig querfeldein getrieben. Anschließend hatte ich mir vorgenommen, auf dem Rückweg nach Doha noch die Felsgravuren im Gebiet von Jabal Al Jassasirah zu finden. Ich wusste zwar ungefähr wo dieses Gebiet sein sollte, aber eine wirklich gute Beschreibung gab es nirgendwo zu finden. Als wir im ungefähren Zielgebiet waren, fuhr ich einfach auf gut Glück von der Hauptstraße ab und einem Einheimischen querfeldein hinterher. Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass der Wagen vor uns bestimmt Touristen zu den Felsgravuren bringen würde. Tja, der Fahrer vor uns war schließlich ganz schön verwundert, dass wir ihm direkt bis zu seiner Farm abseits der Straße gefolgt waren. Als ich ihm erklärte, wo wir eigentlich hin wollten, lachte er nur und fuhr er kurzerhand einfach voraus und zeigte uns so den Weg bis zum Eingang des eingezäunten Gebietes von Jabal Al JassasirahFelsgravuren bei Jabal Al Jassasirah - es war tatsächlich ganz in der Nähe. Unser "Guide" fragte uns noch, ob wir evtl. noch irgendetwas brauchen würden (Wasser, etwas zu Essen etc.) und als wir dankend sagten, dass wir alles dabei hätten, da bot er uns an nach der Erkundung der Felsgravuren zum Essen auf seine Farm zu kommen. Eine solche Einladung von Einheimischen auf die eigene Farm ist in Qatar eigentlich extrem selten, wir lehnten jedoch schweren Herzens ab, da wir am Abend noch mit unseren Freunden verabredet waren. Im Nachhinein haben wir uns aber doch gewaltig geärgert, dass wir diese außergewöhnliche Einladung nicht angenommen hatten, vor allem weil Jan und Steffi dafür vollstes Verständnis gehabt hätten. Na ja, zumindest fanden wir nach mühsamen Suchen tatsächlich etliche der einzigartigen Felsgravuren und mussten zudem erkennen, dass man das Gebiet auch recht unkompliziert über eine asphaltierte Straße hätte erreichen können. Warum wird es denn überhaupt so kompliziert bzw. als so schwierig in den Reiseführern beschrieben?? Ein Besuch der Felsgravuren von Jabal Al Jassasirah ist absolut lohenswert und wenn man schon mal in Qatar ist, dann sollte man sich diese auf gar keinen Fall entgehen lassen! Um 17 Uhr traten wir schließlich die Rückfahrt nach Doha an, staunten nicht schlecht als ein Wüstenfuchs unseren Weg kreuzte und kamen gegen 18:30 Uhr an der Wohnung an. Jan und Steffi warteten schon und wir zogen zu Fuss weiter zum Restaurant "Al Majless" in der Nähe. Auch wenn der Service etwas träge war, so konnte aber das Essen und vor allem das Ambiente überzeugen - man sitzt hier nämlich auf Kissen am Boden. Der Spaziergang zurück zur Wohnung tat dem vollem Bauch richtig gut und wie jeden Abend ließen wir es uns auch heute nicht nehmen, noch ein paar Stunden auf der Dachterrasse zu verbringen, bevor wir ins Bett todmüde krochen.

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5. Tag (Mi., 25.03.2009)
Jan und Steffi mussten wieder zur Arbeit und wir wollten heute mit dem Auto den Westen des Landes erkunden.Al Wajbah Fort Nach einem üppigen Frühstück brachen wir gegen 9 Uhr auf und wandten uns auf der Hauptstraße nach Westen. Am Stadtrand von Doha (noch vor dem Palast des Emirs) legten wir unseren ersten Stopp am Al Wajbah Fort, dem ältesten Fort des Landes, ein. Der Weg dorthin war gar nicht so einfach zu finden, denn wie sich herausstellte, lag das Fort hinter einer Art Kaserne, aber innerhalb eines eingezäunten und von Militär bewachten Bereiches. Der Anblick der Wachen schreckte uns natürlich erstmal ab und wir suchten in der näheren Umgebung nach dem Fort. Leider war nichts zu finden und so fragten wir bei den Wachen mal nach. Komischerweise kannten die das Fort gar nicht, ließen uns aber passieren. Auch bei der nächsten Wache direkt am Kasernentor stießen wir auf Unkenntnis und so fuhren wir einfach mal um das Kasernengebäude herum - siehe da, dort stand das Fort! Keine Ahnung, warum uns das keiner der Wachen zeigen konnte. Vielleicht wissen sie aber auch wirklich nicht, um was es sich dabei handelt. Ein Eintritt war natürlich auch hier wieder nicht fällig, jedoch war das Fort auch trotz des ungewöhnlich großen Innenhofes relativ unspektakulär.Felsformaationen auf der Halbinsel Ras Abaruk Wir folgten anschließend der Straße weiter Richtung Westen und bogen kurz vor der Küste zum kleinen Ort Bir Zekreet auf die Halbinsel Ras Abaruk ab, wo wir gegen 10:45 Uhr ankamen. Waren die Straßen bis hierher asphaltiert, so begann nun eine Schotter-/Sandpiste, die man ausschließlich mit einem 4WD befahren sollte. Unser Ziel mitten auf der Halbinsel sollte ein Ort sein, den ich mir mit Hilfe von Google Earth auf meinem GPS-Gerät markiert hatte und der erstaunlicherweise in keinem Reiseführer stand - Mystery Valley und Film City. Die Fahrt dorthin führte uns stets vorbei an eindrucksvollen Kalksteinformationen, welche von Wind und Wetter zu bizarren Formen modelliert worden waren. Ohne mein GPS hätten wir den Weg allerdings nie im Leben gefunden, denn der Verlauf der sichtbaren Pistenspuren führte hier kreuz und quer durch die Landschaft und liess dabei keine eindeutige Route erkennen - die Wege führten überall und nirgends hin. Luna gefiel das ständige Rütteln auf der Piste besonders gut und sie machte sich einen Spass daraus, im Auto zu stehen und sich dabei auf die Mittelkonsole zu lehnen.Im Mystery Valley Ein Hoch auf die Technik und so erreichten wir nach ca. 30 Minuten Fahrt relativ problemlos den Eingang zum Mystery Valley, welcher von einem runden Turm auf einer hohen Gesteinsformation markiert wurde. Alleine diese Kulisse war die ganze Fahrt hierher schon wert gewesen und einzig das Wetter vermieste uns die Laune ein klein wenig, denn es war die ganze Zeit über windig und somit war wieder extrem viel Sand in der Luft. Die ganze Szenerie des engen Talkessels mit den Steinruinen wirkte wie aus einer anderen Welt und vollkommen echt. Eigentlich kaum vorstellbar, dass dies alles nur eine Kulisse aus einem ehemaligen Film war. Mann kann diese Atmosphäre kaum beschreiben, aber es ist wirklich geil dort und man muss das einfach mal selber gesehen haben! Auf dem südlichen Felsplateau direkt neben dem Mystery Valley lag dann auch schon in ein paar Hundert Metern Entfernung die zweite ehemalige Filmkulisse - Film City.Film City Die Oasenstadt mit ihren Palmen tauchte urplötzlich wie eine Fata Morgana vor uns auf und auch hier glaubten wir uns sofort in einer realen kleinen Stadt bzw. fühlten uns wie in einen Indiana-Jones-Film versetzt. In dieser Anlage lebte auch der Verwalter, der uns für einen kleinen Obulus herumführte und anschließend auf dem höchsten Turm einen Tee servierte. Wer auf die Dienste des Verwalters verzichten möchte, der darf die Oasenstadt selbstverständlich auch kostenlos betreten und erkunden. Es handelte sich bei den Gebäuden nicht um reine Filmkulissen aus Holz, sondern um richtige Steingebäude, die im traditionellen Stil erbaut wurden. Die Häuser ließen sich betreten, die Türme erklimmen und von dort oben hatte man einen herrlichen Blick über die Dächer der Stadt und die umliegende Landschaft. Vom Turm aus sahen wir dann auch noch einen Vogel Strauss durch die Wüstenlandschaft laufen, der schließlich bis direkt an die Oase herankam.Blick über Film City Scheinbar wurden die eigentlich wilden Tiere zu Touristenzwecken gezielt vom Verwalter angefüttert. Alles in allem war der Besuch der Film City eine spannende Angelegenheit die wir voll genossen hatten. Was wir allerdings nicht so gut fanden war die Tatsache, dass uns der Verwalter vor unserer Abfahrt noch versuchte Straußeneier zu verkaufen, die er aus den Gelegen der Tiere klaut. Vielleicht muss man ihm das aber auch nachsehen, denn hierher verirren sich so gut wie nie Touristen und er ist natürlich froh um jede Einnahmequelle. Gegen 12:15 Uhr brachen wir schließlich zum Rückweg auf und suchten uns diesmal eine andere Strecke durch die Landschaft, wobei wir uns teilweise einfach an einen einheimischen Wagen dranhängten. So gelangten wir nach ca. 25 Minuten recht zügig direkt auf die Hauptstraße, fuhren auf ihr bis nach Dukhan an der Westküste und machten dort zwecks Mittagessen einen ausgiebigen Stopp bei McDonalds. Das Wetter wurde leider nicht besser und noch immer war es diesig vom vielen aufgewirbelten Sand. Unser Westtour war noch lange nicht zu Ende und so fuhren wir gut gestärkt von Dukhan aus auf der Küstenstraße nach Süden, vorbei an vielen Raffinerien (Vorsicht Fotografier- und Filmverbot!!) bis nach Umm Bab. Auf der ganzen Route waren wegen der vielen Restriktionen leider keine Abstecher zur Küste oder an einen Strand möglich. Erst in Umm Bab führte eine Straße wieder direkt bis zur Küste an den in vielen Reiseführern erwähnten Palm Beach. Dieser Strand entpuppte sich jedoch als relativ dreckig, es wurden an dieser Stelle Abwässer ins Meer geleitet und auch die wenigen Palmen konnten über die insgesamt traurige Atmosphäre nicht hinwegtäuschen. Hier würden wir jedenfalls keinen Badestopp einlegen und entschieden uns dazu wieder in Richtung Doha zu fahren. Der Wind hatte inzwischen zugenommen und die Landschaft versank allmählich in einem kleinen Sandsturm - die Sicht war jedenfalls extrem gering.Auf einer Kamelfarm Irgendwo hatte ich wohl mal die Info gefunden (Quelle vergessen), dass es in einem kleinen Gebiet in der Nähe so etwas wie eine archäologische Ausgrabungsstätte geben solle. Diese wollten wir nun auf gut Glück suchen und fuhren dazu in besagtes Gebiet nördlich der Hauptstrasse, wobei wir die Gelegenheit nutzen und unterwegs an einer kleinen Kamelfarm abseits der Straße anhielten. Ich fragte den Verwalter, ob wir Luna die Tiere mal aus der Nähe zeigen dürften und da er nichts dagegen hatte, konnte unsere Kleine die Kamele endlich mal ganz in Ruhe bestaunen und anfassen. Ihrem Lächeln nach zu urteilen war dies ihr ganz persönliches Highlight des Tages. Anschließend kurvten wir dann mit dem Auto über kaum erkennbare Sandpisten ein wenig in der Gegend rum, immer in der Hoffnung die Ausgrabungsstätte zu finden. Aber leider Fehlanzeige, es war weit und breit nichts zu erkennen und da ich keine Lust hatte mich im nirgendwo im Sand festzufahren, drehten wir schließlich um und fuhren zurück zur Hauptstrasse. Wie sich erst später zu Hause in Deutschland herausstellte, waren wir nur ca. 100 Meter von der eigentlich gesuchten Stelle entfernt gewesen und es handelte sich dabei auch um keine archäologische Ausgrabungsstätte, sondern um einen Platz, an dem man sehr einfach die berühmten "Desert Roses" (bizarre Steinformationen) selber ausgraben kann.Singing Sand Dunes Tja, hinterher ist man halt immer schlauer. Auf dem weiteren Rückweg nach Doha entschieden wir uns dann noch kurzfristig für einen Abstecher zum Gebiet der Singing Sand Dunes. Diese waren auch relativ einfach zu finden nur leider machte uns auch hier das Wetter bzw. der viele Wind einen Strich durch die Rechnung. Die hohen Sanddünen ragten zwar beeindruckend mitten aus der ansonsten flachen Landschaft heraus und formten dabei große Amphitheater, jedoch war wegen dem Wind nichts zu hören. Auch das Erklimmen der imposanten Dünen fiel wegen dem vielen Sand in der Luft leider aus. Ein wenig enttäuscht traten wir von dort aus die endgültige Rückfahrt zur Wohnung in Doha an, schleppten uns durch den zähen Verkehr und die vielen Baustellen, wurden dabei sogar von etwas Regen begleitet und kamen schließlich gegen 18:00 Uhr bei Jan und Steffi an. Zum Abendessen fuhren wir erneut zum Souq Waqif und kehrten diesmal im Restaurant "Tajine" ein. Auch wenn ich dort die Gelegenheit hatte (und natürlich auch nutzte) Baby-Kamel zu essen, so war das Essen und vor allem auch die Shisha leider nicht wirklich so überzeugend, als das wir hier noch einmal essen gehen müssten. Nachdem wir zurück zu Hause waren und die Kinder im Bett lagen, genossen wir wieder zu viert unser gewohntes Abendprogramm: bis 0:30 Uhr Entspannung auf der Dachterrasse mit kühlen Getränken - es konnte wirklich keinen besseren Ausklang geben.

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6. Tag (Do., 26.03.2009)
Für heute war ein eher ruhiges Programm geplant. Tina wollte sich den Vormittag über zusammen mit Luna Ruhe und Entspannung gönnen.Windturm Ich hingegen nutzte die Gelegenheit für eine Erkundung von Doha zu Fuss. Zunächst brachte ich den Mietwagen zurück zum Stadtbüro und wurde anschließend von einem Mitarbeiter freundlicherweise in die Innenstadt gefahren. Am Souq Waqif begann ich meinen kleinen Stadtbummel und schlenderte zunächst zum bekannten Windturm im Souq al-Najada. Dabei handelte es sich nicht um einen der vielen Nachbauten die überall in der Stadt stehen, sondern um einen der wenigen echten traditionellen Windtürme. Der anschließende Besuch des Gold Souq war eher enttäuschend, denn hier gab es keinen traditionellen Flair wie im Souq Waqif, sondern es reihte sich hier nur ein modernes Schmuckgeschäft an das andere. Mein weiterer Rundgang führte mich zum hochmodernen Gebäude des 2008 eröffneten "Museum für islamische Kunst", dem Dhauhafen und an der Corniche entlang vorbei am netten Austernbrunnen und dem imposanten Gebäude des Islamischen Kulturzentrums mit seinem markanten Schneckenturm.Islamische Kulturzentrum Inzwischen fing es sogar an zu Regnen und wenn man bedenkt dass es in Doha nur an ca. 10 Tagen im Jahr regnet, dann sollte das schlechte Wetter für unseren Urlaub nun hoffentlich vorbei sein. Das ungünstige Wetter hielt mich aber auch nicht davon ab, meinen Rundgang weiter fortzuführen und so schaute ich mir noch den rosafarbenen Uhrenturm und das Al Koot Fort an, bevor ich mich schließlich auf den Weg zum Nationalmuseum machte. Die ganze Zeit über wechselten sich nun Regen und Sonne ab. Das Haupttor des Nationalmuseum war zwar offen, aber weit und breit war kein Mensch zu sehen und auch drinnen im Museum waren alle Türen verschlossen bzw. die Gebäude teilweise verfallen. Also entweder ist das Nationalmuseum einfach nicht mehr existent oder es wird gerade umfassend renoviert. Bei dem Anblick tippte ich aber eher auf die erste Möglichkeit. Als ich das Museum dann verlassen wollte war ich doch ziemlich verdutzt, dass das Haupttor auf einmal abgeschlossen war. Na super, jetzt hatte mich irgendein Depp doch tatsächlich hier eingesperrt. Zum Glück fand ich dann doch noch eine kleine Seitentür, die sich von Innen öffnen liess und so konnte ich das Museum schließlich verlassen.Im City Centre Gemütlich schlenderte ich auf der Corniche zurück bis zum Souq Waqif und gönnte mir dort gegen 12:30 Uhr im libanesischen Restaurant "Le Gourmet" ein wirklich leckeres Mittagessen und natürlich wieder eine Shisha (Apfelgeschmack ist inzwischen mein Favorit). Eine Stunde später wurde ich von Jan abgeholt (der bereits Tina und Luna von zu Hause aufgesammelt hatte) und er fuhr uns ins City Centre an der West Bay, der größten Shoppingmall in Doha. Während Jan wieder zurück zur Arbeit musste, konnten Tina und ich (na ja, vor allem Tina) in der 5stöckigen Mall ausgiebig bummeln und shoppen. Auch hier waren natürlich alle Markenläden vertreten, es gab einen großen Supermarkt, Restaurants und Fast Food, eine Kindererlebniswelt, eine Eislauffläche, Kinos und sogar eine Bowlingbahn. Auch wenn es hier viel mehr Läden gibt, so ist aber alles in allem die Villagio Mall durch das schöne Ambiente einfach netter zum Shoppen. Gegen 17:30 Uhr sammelten Jan und Steffi uns wieder an der Mall ein und wir fuhren zum Doha Golf Club, wo wir gemeinsam mit Freunden von den beiden zu Abend aßen und über Gott und die Welt quatschten. Die Zeit verging wie im Flug und eh wir uns versahen war es auch schon fast 22 Uhr und damit auch dringend angebracht, dass wir zurück zur Wohnung fuhren und die Kinder ins Bett brachten. Wir waren doch etwas groggy und so hielt es Tina und mich diesmal auch nicht mehr allzu lange auf der Dachterrasse. Eine Mütze voll Schlaf würde auch mal gut tun.

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7. Tag (Fr., 27.03.2009)
Nachdem wir nun schon fast alles von Qatar gesehen hatten, fehlte aber natürlich noch eine Wüstentour in den Süden des Landes zum Inlandsee Khor Al Udaid. Diese hatte Steffi bereits im Vorfeld bei "Black Pearl Safari Tours" gebucht, mit denen sie schon gute Erfahrungen gemacht hatten und auch bereits unseren Fahrer kannten.Sandbashing auf dem Weg zum Inlandsee Jan und Steffi hatten heute frei und so konnten wir mal zusammen den ganzen Tag verbringen. Nach dem Frühstück wurden wir gegen 11 Uhr von unserem Fahrer mit einem Auto abgeholt. Auch wenn wir es zunächst nicht geglaubt hatten, so passten wir doch alle Mann inkl. Kindersitzen bequem in den Wagen rein. Unser Weg führte uns über die Hauptstraße immer weiter nach Süden bis wir 1 Stunde später das "Sealine Beach Resort" erreichten. Schon das letzte Stück des Weges wurde von Sanddünen gesäumt und überall gab es Quad-Anbieter. Die Einheimischen sind verrückt nach Fahrten durch die Sandwüste und somit war es heute (freier Tag) extrem voll hier. Eigentlich schon erschreckend, wie viele Autos, Quads und andere Fahrzeuge sich hier in den Dünen der Wüstenausläufer tummelten. Damit wir besser durch den Sand fahren konnten, musste unser Fahrer auf einem großen Parkplatz hinter dem "Sealine Beach Resort" zunächst etwas Luft aus den Reifen lassen.Die Wüste um Khor Al Udaid Tina nutze zusammen mit Noah die Gelegenheit für einen kurzen (geführten) Ausritt auf einem Kamel (20 QR). Anschließend ging es ab in die Wüste mit ihren hohen Sanddünen. Der Fahrer gab sich redlich Mühe, uns das volle Programm servieren zu können: seitliches Rutschen, steile Dünen runterfahren, Sandbashing etc. Hatten wir anfangs noch Sorge, dass Luna das ständige auf und ab bzw. das Rütteln evtl. nicht gefallen könnte, so belehrte uns ihr freudiges Quieken und Lachen während der ganzen Fahrt eines besseren (Tina erging es hingegen ganz anders). Wirklich alleine war man allerdings nicht in dieser Gegend unterwegs, denn alle Nase lang trafen wir auf ganze Fahrzeugkolonnen, die sich ihren Weg durch die Wüste bahnten. Es wechselten sich auf der Fahrt gen Süden immer wieder hohe Sanddünen mit flachen Ebenen ab. Auf diesen Ebenen zeichneten sich deutlich die Fahrspuren von unendlich vielen Fahrzeugen ab, die diesen festen Untergrund als eine Art Autobahn nutzten. Die Fahrt durch die Wüste war leider schon viel zu schnell zu Ende, denn bereits nach 1 Stunde erreichten wir den Inlandsee und suchten uns ein halbwegs gemütliches Plätzchen direkt am Ufer.Am Inlandsee Dort baute unser Fahrer ein großes Zelt für das Picknick auf und die Kinder konnten inzwischen baden gehen. Leider spielte das Wetter auch heute wieder einmal nicht richtig mit. Es war die ganze Zeit über sehr windig und bewölkt, so dass die Kinder nicht richtig spielen konnten bzw. das Zelt ordentlich durchgeschüttelt wurde. Es wurde sogar so unangenehm, dass wir entschlossen gegen 14:30 Uhr lieber wieder aufzubrechen und zum festen Lager von "Black Pearl Safari Tours" aufzubrechen - schade, eigentlich hatten wir uns auf einen sonnigen Badetag gefreut. Auf dem Weg zum Camp begegneten wir wieder Massen von Autos und sogar ein Krankenwagen war darunter. Kein Wunder, denn bei dem Fahrstil den manche Leute an den Tag legten war es nur eine Frage der Zeit bis es zu einem Zusammenstoss oder einem Überschlag kommen würde.Beduinenzelt im Camp Das Zeltlager im Beduinenstil befand sich ganz in der Nähe des "Sealine Beach Resort" in einem Gebiet, in dem fast alle Tourveranstalter ihr genehmigtes Lager aufgeschlagen haben. Hier waren die Zelte zumindest etwas windgeschützter und stabiler, aber da wir die einzigen Leute waren bzw. es keine Bademöglichkeit gab war es hier im Camp auch etwas langweilig. Um 16:30 Uhr machten wir uns schließlich endgültig auf den Rückweg. Wenn das Wetter mitgespielt hätte, dann wäre dies sicherlich ein traumhafter Ausflug gewesen, aber so hatten wir leider etwas Pech gehabt. Zurück in der Wohnung mussten wir uns erstmal alle den Sand abduschen, der so ziemlich in jede Pore gedrungen war. Zwischendurch probierte ich unsere Sitzplätze für morgen Abend online zu reservieren, aber leider gab es wohl irgendein Systemproblem, so dass die Onlinereservierung nicht möglich war. Na toll, hoffentlich bekämen wir morgen am Flughafen dann nicht irgendwelche beengten Plätze bei denen Luna nicht spielen bzw. schlafen könnte. Bei dem bisherigen guten Service von KLM war ich aber guter Hoffnung, dass man bei der Sitzvergabe auf ein Kleinkind Rücksicht nehmen würde. Zum Abendessen zog es uns diesmal in ein Arabisches Restaurant um die Ecke - lecker, kinderfreundlich, gut und günstig. Nachdem die Kinder anschließend im Bett waren und friedlich schliefen, zogen wir uns ein letztes mal auf die Dachterrasse zurück. Die Woche ging leider viel zu schnell vorbei und so ließen wir es an unserem letzten gemeinsamen Abend noch einmal so richtig krachen - und zwar bis 5 Uhr morgens. SCHLAFEN!!!

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8. Tag (Sa., 28.03.2009/So. 29.03.2009)
Wir hatten zwar noch den ganzen Tag über Zeit für Unternehmungen aber nach dem gestrigen Abend - sorry, heutigen Morgen - war der Ablauf schon ganz klar vorgegeben: Ausschlafen und Entspannen!Der Diplomatic Club Jan und Steffi hatten sich für heute ebenfalls frei genommen, wohlwissend warum. Gegen 10:30 Uhr schafften wir es dann doch endlich mal zu frühstücken und entschlossen uns für einen gemütlichen und geruhsamen Tag am Pool im Diplomatic Club. Man bekommt zwar offiziell nur als Mitglied des Clubs Zugang dort, aber wenn man von einem anderen Mitglied eingeladen wird, dann darf man den Tag dort für eine Gebühr von 250 QR verbringen. Da Jan und Steffi dort ebenfalls keine Mitglieder waren, baten sie eine Freundin um die offizielle Einladung für uns 4 (+ 2 Kinder). Um 12:30 Uhr machten wir uns schließlich mit dem Auto auf den Weg zum Diplomatic Club kurz vor der Pearl. Zwecks Bestätigung unserer Einladung wurde dann doch tatsächlich auch die Freundin nochmals angerufen und sich rückversichert. Dann war alles klar, wir konnten die Tagesgebühr bezahlen und nun die komplette Anlage nutzen.Am Pool vom Diplomatenclub Es handelte sich dabei um eine wirklich extrem nette Poolanlage mit gutem Service für Getränke und Essen. Also alles in allem etwas, an dem man herrlich einen Tag ausspannen und sich erholen konnte. Genau das taten wir dann und die Kinder konnten im Pool plantschen - es war für alle Beteiligten genau das richtige. Gegen 16:30 Uhr traten wir dann aber doch den Rückzug an (es war einfach zu heiss) und holten in der Wohnung noch etwas versäumten Schlaf nach (ich bin von gestern Abend immer noch neben der Spur). Gegen Abend rafften wir uns dann aber noch mal auf und suchten uns zum Abendessen ein kleines indisches Straßenrestaurant in der Nähe - einfach aber lecker und günstig. Auf dem Rückweg zur Wohnung fing es dann noch mal richtig heftig an zu Regnen. Wenn es richtig viel von oben runterschüttet, dann ist hier auch gleich Land unter, denn das Wasser kann gar nicht so schnell abfließen. Jetzt hiess es leider Abschied nehmen von unseren Freunden *snief* Jan und Steffi, Danke schön für diese tolle Woche und eure Gastfreundschaft!! Jan fuhr uns noch durch die "Fluten" bis zum Flughafen, wo wir schnell einchecken konnten. Mein Vertrauen in KLM wurde bestärkt, denn man hatte für uns bereits im Vorfeld anstelle von nur 2 gebuchten Sitzen einfach eine komplette Sitzreihe (4 Sitze) geblockt. Damit würden wir ausreichen Platz haben und Luna konnte bequem schlafen. Der übliche Flughafenablauf ging reibungslos über die Bühne und auch der Start war pünktlich. Wie schon auf dem Hinweg mussten wir kurz in Damman zwischenlanden, konnten die 30 Minuten aber im Flieger sitzen bleiben. Die Flugcrew von KLM riss sich in dieser Zeit förmlich darum sich um Luna kümmern zu dürfen, so dass Tina und ich noch ein ruhiges Nickerchen machen konnten. Es folgten am nächsten Morgen ein kurzer Aufenthalt in Amsterdam, der Flug von dort aus nach Düsseldorf und noch die kurze Heimfahrt. Um 12 Uhr Mittags waren wir endlich wieder zu Hause und hatten erstmal nur eins zu tun: Schlafen!!