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Die Blumeninsel im Atlantik


Aktiv-Urlaub im Wanderparadies
(12.05.2007 - 20.05.2007)



Planung:
Die übliche große Reise würde in diesem Jahr wegen Tinas Schwangerschaft ausfallen, jedoch wollten wir uns auf jeden Fall einen kleinen Aktiv-Urlaub mit viel frischer Luft gönnen und unser Kind sollte auch schon in Mamas Bauch mit auf Reisen - früh übt sich. Unsere Wahl fiel dabei auf Madeira, denn von der "Insel Ewigen Frühlings" erhofften wir uns abwechslungsreiche Wanderungen und Tina könnte auch mal in Ruhe ausspannen, während ich die eine oder andere schwierigere Tour laufen könnte. Zur Erkundung der Insel wollten wir auf einen Mietwagen zurückgreifen und so buchte ich ein Flug-Mietwagen-Paket bei Expedia, da es dort als Kombi etwas günstiger war als bei anderen Anbietern. Ich war diesbezüglich erst etwas skeptisch, jedoch hat alles prima geklappt. Um die Hotels wollten wir uns wie üblich erst wieder vor Ort kümmern - wie sich erst im nachhinein herausstellte war dies die etwas teurere Variante.


1. Tag (Sa., 12.05.2007)
Gestern Abend hatte ich noch Stammtisch und war somit etwas müde, als es um 2:45 Uhr in der Früh in Richtung Frankfurt losging. Zum Glück hatten wir unsere Sachen schon gestern gepackt. Wir mussten uns bei der Fahrt etwas sputen, denn zeitlich konnte es etwas eng werden. Gegen 5:15 Uhr kamen wir schließlich am Flughafen in Frankfurt an und waren erstaunt, was um diese Uhrzeit bereits hier los war. Bis zum Abflug war es nur noch eine Stunde und wir mussten nun so schnell wie möglich Einchecken, aber zu unserem Entsetzen machte ein Check-In-Schalter (TAP) nach dem anderen direkt vor unsere Nase einfach zu. Hallo!! Irgendwann kamen wir dann aber doch noch am letzten verbliebenen Schalter an die Reihe und konnten unser Gepäck aufgeben. Wir waren ja schon drauf gespannt, ob das auch wirklich mit uns zusammen auf Madeira ankommen würde, denn es war nicht nur kurz vorm Abflug, sondern wir hatten obendrein in Lissabon auch weniger als 1 Stunde Zeit zum Umsteigen. Wie sollte es bei dem ganzen engen Zeitplan auch anders kommen, als dass wir in Frankfurt mit einer satten Verspätung von 30 Minuten starteten. Um den Anschlussflug jetzt noch zu erwischen brauchten wir so etwas wie ein Wunder, aber wenigstens konnte sich Tina mit ihrem Bauch im Flieger bequem über 3 Sitze ausbreiten. Nach ca. 3 Stunden Flug landeten wir um kurz nach 9 Uhr in Lissabon, wo unser Flug nach Madeira in exakt 10 Minuten abheben sollte. Siehe da, es gab tatsächlich ein Wunder, denn wir wurden direkt am Ausgang der Maschine in Empfang genommen und übers Rollfeld direkt zum nächsten Flieger verfrachtet, der obendrein aber noch gar nicht startklar war da er selber mit Verspätung gelandet war. Super, somit sollte es hoffentlich auch unser Gepäck noch in die Maschine schaffen. Mit ca. 50 Minuten Verspätung hoben wir dann zum 1,5stündigen Flug nach Funchal ab, wo wir dann jedoch vergeblich am Gepäckband auf unsere Sachen warteten.Hotel Calheta Beach Es erging aber nicht nur uns so, sondern eine Vielzahl an Leuten drängelten sich anschließend bei der Verluststelle um ihre Angaben zu machen. Laut Auskunft sollte unser Gepäck mit der nächsten Maschine um 13 Uhr nachkommen und somit hatte ich genug Zeit, um schon mal den Mietwagen abzuholen und mich telefonisch um ein Hotel zu kümmern. Für die ersten Tage quartierten wir uns im Hotel Calheta Beach (DZ, 75 € inkl. Frühstück) ein, denn dort gab es den einzigen hellen Sandstrand auf Madeira. Unser Gepäck kam dann auch tatsächlich mit der nächsten Maschine an und wir konnten uns am frühen Nachmittag auf den Weg entlang der Südküste nach Calheta machen.Sandstrand von Calheta Unterwegs machten wir einen kurzen Stopp am Cabo Girao, der zweithöchsten Steilklippe der Welt, für eine gute Aussicht war es aber leider zu diesig. Ich hatte die Entfernung auf der Insel überschätzt, denn wir waren bereits nach knapp einer Stunde an unserem Hotel in Calheta. Das Hotel Calheta Beach entpuppte sich wirklich tolles Hotel mit großer Außenpoolanlage, einem Innenpool, Sauna, großen und sauberen Zimmern mit Balkon und TV, dem Sandstrand direkt vor der Tür und auf der anderen Straßenseite gab es einen gut sortierten Supermarkt und ein Parkhaus, welches für Hotelgäste kostenlos zu nutzen war. Einzig und allein der Preis für das Abendessen im Hotel fand ich mit 21 € pro Person (egal ob a la Carte oder Buffet) zu happig. Das Hotel bot jedoch auch an, dass man bei 4 Abendessen zwei zusätzliche umsonst bekäme (also 6 zum Preis von 4). Im Supermarkt deckten wir uns zunächst einmal mit dem nötigsten ein, machten es uns anschließend auf unserem Balkon mit Knabberzeug und Bier gemütlich und verfolgten nebenbei den packenden Bundesliga-Meisterschaftskampf in der Sportschau. Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant "Rocha Mar" direkt gegenüber vom benachbarten Yachthafen. Das Essen dort war extrem lecker und die Preise für die riesigen Portionen vollkommen fair bis günstig. Nach diesem langen Tag fielen wir gegen 21 Uhr völlig erschöpft ins Bett und wollten nur noch lange schlafen.

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2. Tag (So., 13.05.2007)
Für unsere Verhältnisse schliefen wir richtig lange aus und standen erst um 8 Uhr auf.Risco-Wasserfall Das Hotelfrühstück war nichts besonderes, ließ aber eigentlich auch keine Wünsche offen. Während ich mir Gedanken über heutige Wanderungen machte und das kostenlose Internet des Hotels nutzte, besuchte Tina eine Sonntagsmesse in der örtlichen Kirche. Von der Atmosphäre und Art der hiesigen Messe war sie bei ihrer Rückkehr absolut begeistert. Hier an der Südküste war es schön sonnig und wenn das Wetter auch im Inland mitspielen würde, dann wollten wir heute etwas auf der Hochebene von Rabacal wandern. Gegen 12:30 Uhr fuhren wir also mit dem Auto los zum Parkplatz Rabacal, wo das Wetter stark wechselhat war. Während unserer Wanderungen hier oben war es meist bewölkt, teilweise sonnig, manchmal kam etwas Hochnebel auf und ab und zu gab es Nieselregen - also von allem etwas.25 Quellen bei Rabacal Um Tina in ihrer Schwangerschaft nicht zu sehr zu strapazieren, ersparten wir uns einen Großteil des Weges und nahmen den Shuttle-Bus vom Parkplatz hinunter zum Forsthaus (3 € hin- und zurück). Von hier aus starteten wir durch die schöne Landschaft unsere entspannte und einfache Wanderung zum Risco-Wasserfall und machten anschließend einen Abstecher zu den 25 Quellen. Bereits die kleinen Treppenpassagen machten Tina etwas zu schaffen und wir mussten unser Tempo drosseln, damit sie nicht völlig aus der Puste kam. Anstrengende Touren mit Steigungen waren für Tina in diesem Urlaub also absolut Tabu. Nach der Rückkehr von den 25 Quellen zum Forsthaus fuhren wir mit dem Shuttle-Bus wieder den Berg hinauf und machten noch eine weitere leichte Levada-Wanderung zum Wasserfall am Ribeira Grande, wo es für ganz Hartgesottene eine prima Bademöglichkeit in kaltem Flusswasser gibt. Unser Auto war so ziemlich das letzte auf dem Parkplatz, als wir uns gegen 19 Uhr auf den Rückweg nach Calheta machten. In Erinnerung an unsere Zeit in Costa Rica deckten wir uns im Supermarkt mit Hot Dogs zum Abendessen ein und machten es uns anschließend auf unserem Balkon gemütlich. Oh Mann, wir spürten bereits jetzt schon unsere Knochen, wie sollte das bloß erst in den nächsten Tagen werden. Nach einer erfrischenden Dusche verkrochen wir uns jedenfalls todmüde ins Bett.

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3. Tag (Mo., 14.05.2007)
Wir schliefen uns wieder mal bis 8 Uhr aus bevor wir uns zum Frühstück aufrafften.Halbinsel Sao Lourenco Für heute war laut Wetterbericht starke Bewölkung angesagt und somit war das Hochland bzw. der Norden der Insel für uns gestorben. Wir entschlossen uns zur Erkundung der Halbinsel Sao Lourenco an der Ostspitze von Madeira und einem anschließenden Abstecher nach Funchal. Gegen 9:30 Uhr brachen wir mit dem Wagen in Richtung Osten auf und während der gesamten Fahrt an der Südküste entlang hat es geregnet. Aber kaum am Parkplatz an der Halbinsel angekommen, hörte es glücklicherweise auf. Man merkte sofort, dass die Halbinsel Sao Lourenco ein sehr beliebtes Ziel bei den Touristen war, denn neben den vielen parkenden Autos kamen hier auch ganze Busladungen an. Egal, wir wollten uns diesen interessanten Teil der Insel ja auch nicht entgehen lassen. Wir verpackten uns in unsere Windjacken und marschierten in gemächlichem Tempo auf den gekennzeichneten Pfaden vorbei an den faszinierenden Farbspielen der Gesteinsformationen, genossen die tollen Aussichten auf die Steilküsten und bizarren Felsen und erreichten irgendwann die kleine mit Palmen gesäumte Oase.Im Stadtpark von Funchal Das Wetter wurde mit der Zeit auch immer besser und es kam so langsam die Sonne durch. Den steilen, aber lohnenswerten Aufstieg zum Gipfel des Pico do Furado machte ich jedoch alleine, während Tina sich an der Oase ausruhen konnte. Während des Rückwegs zum Parkplatz brach die Sonne nun komplett durch und bescherte uns doch noch einen schönen Tag. Um 14:30 Uhr brachen wir zu einem kurzen Abstecher zum Miradouro auf, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf die Nordostküste der Insel hat, und fuhren anschließend nach Funchal.Obststand im Mercado dos Lavradores Hier wurden wir mit dem akuten Problem der Parkplatzsuche konfrontiert und kurvten ein paar mal durchs Stadtzentrum bevor wir endlich am Busbahnhof ein Parkhaus gefunden hatten, dass obendrein sogar recht günstig war (3,75 €/Tag). Jetzt stand unserem gemütlichen Stadtbummel nichts mehr im Wege und wir schlenderten vorbei an blühenden Bäumen durch die Altstadt und die Fußgängerzonen, schauten dem Treiben im Stadtpark zu, sahen uns die Kathedrale (Se) an und ließen uns natürlich auch den Markt (Mercado dos Lavradores) nicht entgehen, wo wir uns mit ein wenig exotischem Obst eindeckten. In der Fischhalle war um diese Uhrzeit natürlich nichts mehr los und wir entschlossen uns am Samstag noch einmal wieder zu kommen. Das Wetter spielte immer noch mit und auf dem Weg zum Hafen gönnten wir uns in einem kleinen Straßenlokal etwas zu Essen, folgten anschließend der Uferpromenade und genossen noch die Atmosphäre des Santa Catarina Park bevor wir schließlich gegen 18 Uhr in Richtung Calheta aufbrachen. Um diese Uhrzeit erwischte uns natürlich voll der Berufsverkehr und es dauerte länger als sonst bis wir am Hotel ankamen. Auf auswärts Essen gehen hatten wir heute keine Lust und wir hatten ja auch noch genügend Obst. So ließen wir den Abend ruhig im Zimmer ausklingen.

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4. Tag (Di., 15.05.2007)
Wie gewohnt standen wir um 8 Uhr auf und gönnten uns im Hotel das Frühstück. Anfangs hatten wir noch überlegt, die nächsten paar Tage an einem anderen Ort auf Madeira zu verbringen, jedoch waren die Entfernungen auf der Insel mit dem Mietwagen so überschaubar,Vulkantunnel bei Sao Vicente dass sich ein Ortswechsel nicht wirklich lohnen würde und wir entschlossen uns auch die restlichen Tage hier in Calheta zu bleiben. Ein Blick in den Himmel liess wechselhaftes Wetter vermuten, denn während hier im Süden die Sonne schien, zogen im Inland bereits Wolken auf. Um kurz nach 9 Uhr brachen wir zum Encumeada-Pass auf, wo wir eigentlich eine kurze Wanderung unternehmen wollten. Das Wetter spielte jedoch nicht mit, denn es regnete in Strömen. Nach einem Kaffee im Restaurant direkt am Pass fuhren wir in der Hoffnung auf einen Wetterumschwung weiter zum Parkplatz bei Bica da Cana, aber auch hier erwartete uns eine dicke Nebelsuppe. Aus den Wanderungen wurde heute wohl nichts mehr und wir entschieden uns zu einem Abstecher an die Nordküste. Unser erstes Ziel dort waren die Grutas,Im Innern der Igreja de Sao Jorge die Vulkantunnel von Sao Vicente (8 €, 30 minütige Führung), die einen eindrucksvollen Einblick in die Vulkantätigkeit der Vergangenheit gaben und ein wirklich nettes Ausflugsziel waren - aber auch hier wurden die Touristen in Buslandungen angekarrt. Bei leider immer noch sehr wechselhaftem Wetter fuhren wir auf der landschaftlich abwechslungs- und kurvenreichen Küstenstraße mit seinen vielen atemberaubenden Ausblicken weiter bis nach Sao Jorge, wo wir uns neben dem Aussichtspunkt Vigia auch das prunkvolle Innenleben der schönsten Kirche der Nordküste, der Igreja de Sao Jorge, anschauten. Von dort aus führte uns unser Weg zu den Casas de Colmo, den traditionellen strohgedeckten Bauernhäusern in Santana. Das Wetter wurde nun deutlich besser und ermöglichte uns während der weiteren Fahrt an der Küste entlang wunderschöne Ausblicke auf die Steilklippen und den Adlerfelsen. Bei Porto da Cruz verließen wir schließlich die Küstenstraße und fuhren über Portela und Camacha zurück zur Südküste.Blick ins Nonnental Wir wollten die Chance des nun sehr guten Wetters für einen Abstecher ins Nonnental bzw. zum Aussichtspunkt Eira do Serrado nutzen. Der Weg hierher hatte sich wahrlich gelohnt, denn der Blick in das steile Tal mit seinen zerklüffteten Bergkämmen ist einmalig schön. Hier trafen wir ein deutsches Ehepaar erzählte, welches uns von verheerenden Waldbränden in der letzten Woche erzählte - die Auswirkungen waren in dieser Gegend nahezu an jedem Berghang in Form von verbrannten Bäumen zu erkennen und reichten beinahe bis hinunter in den Ort Curral das Freiras. Der wolkenfreie Himmel liess uns auf einen schönen Sonnuntergang hoffen und wir beschlossen diesen am westlichsten Punkt von Madeira zu erleben. Auf dem Weg dorthin hielten wir nur kurz am Hotel um uns noch lange Klamotten einzupacken und fuhren dann weiter nach Ponta do Pargo. Bis zum Sonnenuntergang hatten wir noch genügend Zeit um uns im Restaurant "Casa de Cha O Fio" am Aussichtspunkt ein leckeres Abendessen zu gönnen, denn hier wurden rustikale und landestypische Spezialitäten zu fairen Preisen serviert und wir kamen so auch in den Genuss des für Madeira bekannten Degenfisches. Anschließend fuhren wir, passend zum Sonnenuntergang, noch ein kleines Stückchen weiter zum Leuchtturm, wo man vom unterhalb davon liegenden Felsen einen tollen Blick auf die beiderseitigen Steilküsten und die im Meer versinkende Sonne hat. Leider haben uns die tiefhängenden Wolken den perfekten Sonnuntergang etwas vermiest, jedoch war es auch so ein schöner Anblick, als die Felsen sich in allen möglichen Rottönen verfärbten. Zurück im Hotel gönnten wir uns noch einen Schlummertrunk auf dem Balkon und legten uns dann schlafen.

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5. Tag (Mi., 16.05.2007)
Heute gönnten wir uns sogar bis 9 Uhr Schlaf bevor es zum gewohnten Frühstück ging.An der Levada das Rabacal Während Tina heute einen kompletten Entspannungstag einlegte, wollte ich die Gelegenheit und das passable Wetter für eine ausgedehnte Wandertour vom Encumeada-Pass bis nach Rabacal nutzen. Um 10 Uhr brachen wir mit dem Wagen zum Encumeada-Pass auf, wo Tina mich am Restaurant absetzte und anschließend zurück ins Hotel fuhr. Bei leichter Bewölkung aber extremen Wind tippelte ich gegen 11 Uhr schließlich entlang der Levada das Rabacal durch das Hochland und genoss dabei die tollen Aussichten auf das benachbarte Tal und die angrenzenden Gipfel. Eine Besonderheit dieser Wanderroute war die Durchquerung eines 2,4 km langen und damit eines der längsten Levada-Tunnel von Madeira. Hier hiess es Taschenlampe zücken und geduckt durch den engen und staubigen Tunnel marschieren, für dessen Länge ich ca. 30 Minuten brauchte. Für Leute mit Platzangst ist diese Tour wohl nicht geeignet, aber wer mal wissen möchte was totale Finsternis ist, der braucht nur in der Mitte des Tunnels die Lampe ausschalten, denn dann sieht man im wahrsten Sinne des Wortes die Hand vor Augen nicht mehr. Ich war ziemlich erstaunt, dass ich im Tunnel sogar auf Wanderer aus der Gegenrichtung stiess,Der Felsenkessel Cascalho denn so häufig wird diese Durchquerung wohl eher nicht gemacht. Am Tunnelausgang empfing mich ein wunderschöner Talkessel, der aber noch vom nächsten Felsenkessel, dem Cascalho, mit seinen steilen Felswänden und kleinen Wasserfällen getoppt wurde. Hier begann mit dem stetigen und langen Anstieg auch der eigentlich anstrengende Teil der Wanderung, der sich so fast bis zum Cristo Rei hinzog, wo ich schließlich gegen 14:30 ankam und mir erst einmal eine längere Pause gönnte. Um 15 Uhr brach ich zur letzten Etappe auf und folgte einsam der Levada do Paul durch das schöne, aber windige Hochland, vorbei an großen Farnen und weidenden Kühen bis zum Parkplatz Rabacal, wo ich gegen 16 Uhr ankam. Ich hatte Tina zwar schon von unterwegs per Handy meine ungefähre Ankunftszeit mitgeteilt, musste aber trotzdem noch eine halbe Stunde auf dem windigen Parkplatz auf sie warten. Die heutige Tour war wirklich traumhaft schön, aber ich war trotzdem froh, als ich im Hotel nach einer warmen Dusche meine Füße hochlegen konnte. Tina hatte sich den Tag über am Pool und am Strand vergnügt, was sie sichtlich genossen hat. Zum Abendessen gingen wir wieder in das Restaurant "Rocha Mar", wo wir mal wieder von den großen Portionen und der super Qualität überzeugt wurden. Den Rest des Abends ließen wir ganz entspannt vor dem Fernseher ausklingen.

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6. Tag (Do., 17.05.2007)
8:30 Uhr Aufstehen und Frühstück fassen.Tina an der Levada Nova Nach den gestrigen Solo-Aktionen stand heute dann wieder eine gemeinsame Levada-Wanderung auf dem Programm. Der Himmel war nur leicht bewölkt und wir machten uns um 10:30 Uhr mit dem Auto auf den Weg nach Lombada da Ponta do Sol, wo wir um 11 Uhr an der Kirche im Ort unsere Wanderung entlang der Levada Nova starteten. Der Einstieg zur oberen Levada zwischen den Häusern war nur schwer zu finden und erst durch eine nette ältere Frau kamen wir auf den richtigen Weg. Beim Anblick von Tinas rundem Bauch liess sich die Frau es auch nicht nehmen, Ihr noch schnell einen Wanderstock aus Bambus zu basteln - Freundlichkeit pur. Die sehr schmale Levada Nova war an den meisten Stellen ungesichert, faszinierte aber vor allem durch die steilen seitlichen Abhänge und die dadurch wirkende schwindelerregende Höhe. Ein weiteres Highlight war ein kurzes Tunnelstück - Tinas erste Erfahrung mit Levada-Tunneln - und natürlich der Wasserfall, der direkt über der Levada hinabstürzt und uns teilweise eine kleine Dusche bescherte.Wasserfall an der Levada Nova Wir folgten der Levada Nova weiter bis zu Ihrer Quelle an einem steinigen Flussbett, wo es auch Zeit für eine Pause wurde. Den Rückweg traten wir über die unterhalb der Levada Nova verlaufenden Levada do Moinho an, welche wir über einen kurzen, sehr steilen und rutschigen Pfad von der oberen Levada aus erreichten. Der Weg entlang der Levada do Moinho war dicht mit Büschen bewachsen (lange Hose!), wesentlich breiter und an allen Stellen mit Geländern gesichert, auch fehlten hier die spektakulären Steilabhänge. Die Levada endete genau an unserem Ausgangspunkt, der Kirche im Ort, wo wir schließlich um 14:45 Uhr ankamen. Alles in allem war das eine sehr schöne Wanderung mit tollen Ausblicken, die auch für Tina ohne größere Anstrengungen zu schaffen war. Wir hatten noch Lust auf eine weiter kurze Wanderung und fuhren deswegen nach Ribeiro Frio, wo am Restaurant an der Hauptstraße die kurze Tour zur Aussichtskanzel startete. Die kurze Wanderung verlief durch einen wirklich märchenhaften Wald und einen engen Felsdurchbruch bis zum Balcoes, der Aussichtkanzel, von wo aus man bei schönem Wetter wohl einen traumhaften Blick auf die drei höchsten Gipfel des Zentralmassivs hat. Leider war es heute total diesig und somit blieb uns dieser Ausblick verwehrt und wir mussten uns damit begnügen, die handzahmen Finken zu füttern. Von hier aus traten wir schließlich den Rückweg nach Calheta an, wo wir uns im Supermarkt unser Abendessen besorgten und es uns anschließend auf dem Balkon bzw. im Zimmer gemütlich machten.

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7. Tag (Fr., 18.05.2007)
Wenn das Wetter mitspielen würde, wollten wir heute den Pico Ruivo, den höchsten Berg von Madeira besteigen.Homem em Pe Dazu wollten wir so früh wie möglich aufbrechen und daher hiess es bereits um 7 Uhr Aufstehen und frühstücken. Um 8 Uhr fuhren wir los und machten uns auf den langen Weg zur Nordküste nach Santana, von wo aus eine Straße zum Parkplatz an der Achada do Teixeira führt, den Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung. Wir hatten Glück, denn das Wetter spielte heute wunderbar mit und zeiget sich von seiner besten Seite. Um 10 Uhr liefen wir los, machten erst einen kurzen Abstecher zur Felsformation "Homem em Pe" unterhalb des Parkplatzes und begannen anschließend den Aufstieg zum Pico Ruivo. Der gepflasterte Weg verlief zwar stetig bergauf, war aber in langsamem Tempo auch für Tina gut zu bewältigen und nicht zu anstrengend.Zerklüfftete Berggipfel im Zentralmassiv Das dies eine der beliebtesten Touren auf Madeira ist merkte man sofort, denn es waren auch etliche andere Touristen auf Weg zum Gipfel unterwegs. Von unterwegs aus genossen wir die tollen Aussichten auf die Ostküste und die umliegenden Gipfel und Täler. Kurz unterhalb des Gipfels machten wir eine kurze Pause an der Berghütte, bevor es an den letzten steilen Anstieg hinauf auf den Gipfel des Pico Ruivo auf 1862 m ging. Dieses kurze Stück machte Tina allerdings schon schwer zu schaffen und sie war sichtlich erleichtert, als sie endlich an der Gipfelsäule war. Für diese Anstrengung wurden sie jedoch auch mit einem atemberaubenden Panoramablick über die ganze Insel belohnt. Nachdem wir wieder zur Berghütte unterhalb des Gipfels abgestiegen waren, entschloss ich mich auf Grund der guten Wetterverhältnisse die anstrengende Königstour bis zum Pico do Arieiro zu machen. Tina würde alleine zum Parkplatz an der Achada do Teixeira zurückkehren, mit dem Wagen außen rum fahren und mich dann hoffentlich am Parkplatz des Pico do Arieiro abholen.Blick auf den Pico Ruivo Um 12 Uhr trennten sich also unsere Wege und ich begann den sanften Abstieg an der Flanke des Pico Ruivo bis zum gesperrten Tunnel, welcher früher einmal den Weg abkürzte und die Besteigung des Pico das Torres unnötig machte. Hier begann nun der erste sehr steile und wirklich schweißtreibende Aufstieg bis zur Ostscharte des Pico das Torres. Entschädigt wurde ich dabei jedoch mit faszinierenden Ausblicken auf zerklüfftete Gipfel und tiefe Täler.Felsenturm kurz vor dem Pico do Arieiro Hier oben auf dem Kamm rasteten mehrere größere Wandergruppen und es war mir persönlich ehrlich gesagt zu voll, so dass ich mich direkt wieder an den Abstieg auf der anderen Seite machte, der über eine extrem steile und sehr lange Treppenpassage erfolgte - absolut nichts für Leute mit Knieproblemen. Im Anschluss daran folgte ein kurzes erholsames Flachstück, auf dem man auch wieder auf den gesperrten Abkürzungs-Tunnel trifft. Von da an ging es aber nur noch bergauf und man passiert erst noch den kurzen Tunnel Pico do Gato, bevor es wirklich richtig anstrengend wird, denn nach dem Tunnelausgang erfolgte der Aufstieg zur Aussichtskanzel unterhalb des Pico do Arieiro über eine weitere sehr steile und lange Treppenpassage - ein Stück auf dem ich auch immer mal wieder kurz Pause machen musste. Mann was war ich froh, als ich endlich oben bei der kleinen Aussichtskanzel war, wo man allerdings vom Wind fast weggeweht wurde. Hier oben war wieder mal eine große Ansammlung von anderen Wanderern anzutreffen, also nur schnell Windjacke angezogen und nix wie weiter hinauf über den schmalen Felsenturm zum Miradouro Ninho da Manta (Bussardnest), einer Aussichtplattform mit eindrucksvollem Blick über die Gipfel. Auf dem letzten Metern über den Gipfelkamm hin zum Pico do Arieiro bekam ich noch einmal die volle Kraft des Winds zu spüren bevor ich schließlich nach insgesamt 2 Stunden und 20 Minuten ziemlich kaputt das Restaurant am Gipfel erreichte - übrigens absolut zeitgleich mit Tina, die im selben Moment mit dem Wagen vorfuhr. Nach einer wohlverdienten Pause im Gipfelrestaurant fuhren wir zurück nach Calheta. Die Königstour war wirklich ein krönender Abschluss und ich hatte vom Wandern für diesen Urlaub genug - morgen würde wir auf jeden Fall irgendetwas ruhiges machen. Den restliche Sonne des Tages genossen wir entspannt am Pool und zum Abendessen gingen wir noch einmal ins Restaurant "Rocha Mar" um die Ecke - es war wieder einmal ein kulinarisches Erlebnis.

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8. Tag (Sa., 19.05.2007)
Unseren letzten Tag auf Madeira ließen wir ruhig angehen und schliefen bis 9 Uhr aus.Reges Treiben auf dem Fischmarkt Der Himmel war ziemlich bewölkt und es war ganz schön windig, aber auf Wandern hatten wir heute ja eh keine Lust mehr. Stattdessen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Funchal und besuchten noch einmal den Mercado dos Lavradores. Jetzt am Samstag war hier auch wesentlich mehr los, das Angebot größer und vor allem war die Fischhalle reich gefüllt, so dass wir nun auch Gelegenheit hatten uns die skurrilen Degenfische genauer anzuschauen. Danach wollten wir uns mal einige Parks bzw. Gärten in der Umgebung anschauen, um einen nachhaltigen Eindruck von der gesamten Blütenpracht der Insel zu bekommen. Unser Weg führte uns zunächst zu den "Palheiro Gardens", angeblich einer der schönsten Anlagen von Madeira.Im Botanischen Garten Doch leider standen wir dort angekommen vor verschlossenen Türen, denn die Gartenanlage hat am leider Wochenende geschlossen. Dumm gelaufen, hätte ich mal bloss vorher in den Reiseführer geschaut. Egal, das Wetter wurde zunehmend besser und wir fuhren einfach weiter zum "Jardim Botanico" (Botanischer Garten, 3 €) oberhalb von Funchal. Hier erwartete uns eine wunderschöne und liebevoll gepflegte Anlage, die in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt ist, u.a. Sukkulentengarten, endemische Pflanzen, Blumengarten, in witzige Formen beschnittene Büsche und einen Papageienpark, in dem viele exotische Vögel gezeigt wurden und einige Pfauen herumstolzierten (sogar ein weißer).Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte Von den Aussichtspunkten im Botanischen Garten hat man auch einen fantastischen Ausblick auf das darunter liegenden Funchal. Im Anschluss daran fuhren wir noch rauf nach Monte, wo wir ein wenig im verträumten Stadtpark herumschlenderten und einen Abstecher zur Wallfahrtskirche "Nossa Senhora do Monte" und den dortigen Korbschlittenfahrern machten. In einem kleinen Cafe am Brunnen gönnten wir uns einen kleinen Snack bevor wir uns wieder auf den Weg zurück nach Calheta machten. Bei inzwischen traumhaftem Wetter stoppten wir noch einmal an der Aussichtsplattform der Steilklippe Cabo Girao und wurden im Gegensatz zu unserem ersten Besuch dieses mal mit einem wirklich atemberaubenden Blick hinunter in die Tiefe belohnt. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir noch am Hotelpool. Heute wollten wir mal das Essen im Hotel ausprobieren und waren schon gespannt, was uns für 21 € pro Person wohl erwarten würde. Die Ernüchterung kam jedoch ziemlich schnell, denn das Essen war wirklich nicht der Hit, der Service eher unterirdisch und bereits 45 Minuten vor Buffetende gab es so gut wie keinen Nachtisch mehr. Nur gut, dass wir nicht das Mehrtagespaket genommen hatten. Morgen mussten wir früh raus und deswegen gingen wir auch zeitig ins Bett.

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9. Tag (So., 20.05.2007)
Da wir gestern Abend keine Lust mehr aufs Kofferpacken hatten, mussten wir heute bereits um 4 Uhr in der Früh aufstehen und dies nachholen. Noch kurz im Hotel ausgecheckt und um 5 Uhr fuhren wir bereits im strömenden Regen in Richtung Funchal. Am Flughafen angekommen mussten wir leider erfahren, dass unsere Reise flugtechnisch genauso chaotisch enden sollte wie sie auch begann. Unser eigentlicher Flug um 7:40 Uhr nach Porto fiel aus und der nächste würde erst um 13:50 Uhr gehen. Da aber gestern auf Grund von starken Winden bereits einige Flüge ausgefallen waren, war diese Maschine auch bereits völlig voll und für uns war kein Platz mehr. Zum Glück waren wir so früh am Flughafen gewesen, denn die Schlange von betroffenen Leuten hinter uns wurde immer länger und die Chance auf freie Plätze am heutigen Tag für die hinteren Reihen immer geringer. Nach einigem Hin und Her, etlichen Diskussionen und dem Hinweis auf meine schwangere Frau bekamen wir schließlich einen Flug in der Businessclass um 7:50 Uhr nach Lissabon. Der für uns obendrein reservierte Weiterflug nach Frankfurt - ebenfalls Businessclass - würde aber erst um 18:50 Uhr von Lissabon aus starten. Egal, erst mal weg hier und um eine eventuelle Umbuchung auf eine frühere Maschine würde ich mich dann in Lissabon kümmern. Jetzt hiess es erst einmal Beeilung, denn unser Flug nach Lissabon ging bereits in 40 Minuten und ich musste ja auch noch den Mietwagen abgeben. Das ging zum Glück recht schnell und unkompliziert und so saßen wir kurz darauf im Flieger der auch pünktlich abhob. Tina kam so wenigstens zum ersten Mal in den Genuss der Businessclass mit all seinen Vorzügen und ich hatte auch endlich mal wieder richtige Beinfreiheit. In Lissabon gelandet klapperte ich zunächst alle zuständigen Schalter für eine Umbuchung auf einen früheren Flug nach Frankfurt ab, allerdings ohne Erfolg, denn es standen auf sämtlichen Flügen bereits massenweise Leute auf der Warteliste. So blieb uns leider nichts anderes übrig, als die nächsten 8 Stunden am Flughafen rumzuhängen, denn zu einem Abstecher in die Stadt hatten wir auch keine Lust mehr. Da wir aber auf die Businessclass umgebucht worden waren, hatten wir zumindest den Zugang zur Lounge, wo wir reichlich zu Essen und zu Trinken bekamen, ein kostenloser Internetzugang vorhanden war und Tina es sich auf den gemütlichen Sofas zum Schlafen bequem machen konnte. Nichts desto trotz können 8 Stunden auch so verdammt lang sein und wir waren froh als die Zeit endlich rum war. Kurz vorm vorgesehenen Boarding bekamen wir aber dann noch die Nachricht, dass sich der Abflug um eine weitere Stunde verzögern würde. Was soll's, auch die Zeit ging irgendwie rum und schließlich saßen wir irgendwann in unserer Maschine nach Frankfurt, wo wir mitten in der Nacht ankamen - zum Glück zusammen mit unseren Koffern. Nix wie rein ins Auto und ab nach Hause, wo wir gegen 3 Uhr in der Nacht völlig kaputt ins Bett fielen.